Camp C@esar: ein großer Erfolg

Wie aktuell und mutig Schultheater sein kann, bewies die Theaterwerkstatt der Gymnasien Meran mit der Aufführung des Stückes „Camp Caesar“ von Tim Staffel im Theater in der Altstadt Meran.

Unter der Leitung der bekannten Meraner Schauspielerin und Regisseurin Christina Khuen warfen die 22 Schülerinnen und Schüler der Gymnasien Meran mit „Camp Cäsar“ brisante gesellschaftspolitische Fragen auf. Wie funktioniert eine demokratische Gesellschaft? Wie lassen sich Ideale wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit in die Tat umsetzen?

Ausgangspunkt für dieses demokratische Experiment ist ein Diskussionsforum im Internet. Im «real life» wollen die 22 Jugendlichen dann «eine Herrschaft ohne Herrscher» ausprobieren. Doch schnell sorgt die Aufteilung der Gemeinschaft in Volk, Senatoren und gewählte Konsuln für Spannungen. Wer erhält welche Rechte und Pflichten, wie werden Nahrungsmittel und Privatbesitz verteilt, was geschieht mit Gegnern der frisch gegründeten Republik? Aus hitzigen Debatten über die richtige Staatsform wird bald ein handgreiflicher Kampf um Macht und Mitsprache, Dazugehörigkeit und Ausgrenzung, der in eine Katastrophe führt.

Christina Khuen ist es gelungen, die Jugendlichen nicht nur für den anspruchsvollen Stoff zu begeistern, sondern in Monate langer Arbeit auch Figuren zum Leben zu erwecken, deren jeweils unterschiedlicher Ansatz zu Macht und Demokratie in seiner ganzen Ambivalenz spürbar war. So viel positives Feedback hatten sich die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler für ihre Arbeit an dem Stück wohl kaum erwartet.

„Das Theaterstück hat mich unglaublich beeindruckt,“ schreibt z.B. Lea Werdaner aus der Klasse 1b/so. „Es ist erstaunlich, wie die feinen Zusammenhänge zwischen der Antike und der heutigen Politik ein komplexes Sinnbild ergeben.“ Außerdem beobachtete das junge Publikum erstaunt, „wie schwer es ist, dass alle gleichberechtigt sind, ohne dass jemand die Macht übernimmt.“

Die schauspielerische Leistung der Schülerinnen und Schüler um Lukas Augscheller als Cäsar überzeugte durch Spielfreude, Natürlichkeit und einige bemerkenswert „leisen Töne“. Für poetische Dichte sorgten auch die Videos der beiden Kunstschüler Oskar Schilling und Peter Prieth, mit denen Christina Khuen den dramatischen Schlussszenen die nötige Distanz verlieh.

Der langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Theater in der Altstadt ist es u.a. zu verdanken, dass die Aufführungen der Theaterwerkstatt der Gymnasien Meran unter der Leitung von Jutta Telser einem breiteren Publikum zugänglich sind. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich so mit ihrem persönlichen Engagement nicht nur der oft kontroversen Gruppendynamik aus, sondern dürfen die Wirksamkeit ihrer Arbeit auch an den Reaktionen der Öffentlichkeit überprüfen. Eine wertvolle Erfahrung für Jugendliche und Publikum.