EU-Diskussion an den Gymnasien Meran

Die Gymnasien Meran haben im Rahmen der Aktionswoche „my days for future“ eine Diskussion zu den Wahlen des EU Parlaments durchgeführt. Dabei bekamen die Schüler*innen die Gelegenheiten den Südtiroler Kandidaten*innen auf den Zahn zu fühlen.

Am 26. Mai 2019 werden 375 Millionen Bürger*innen ein neues Europäisches Parlament wählen. Auch bei uns sind die Wahllokale dann von 07.00 Uhr bis 23.00 Uhr geöffnet. Erfahrungsgemäß nützen viele Südtiroler*innen diese Gelegenheit und bestimmen mit. Damit das auch so bleibt, hat das Gymme Meran im Rahmen der Aktionswoche „my days for future“ eine Podiumsdiskussion mit den drei Südtiroler „Spitzenkandidaten“ durchgeführt.

Zuerst zeigte Professor Zeno Christanell die Geschichte der EU auf und erklärte die Kompetenzen der jeweiligen Institutionen. Dabei verwies er darauf, dass die EU ein erfolgreiches Friedensprojekt ist und zitierte das Norwegische Nobelkomitee: „Die Errungenschaft der EU sind der erfolgreiche Kampf für Frieden und Versöhnung und für Demokratie sowie für die Menschenrechte; die stabilisierende Rolle der EU bei der Verwandlung Europas von einem Kontinent der Kriege zu einem des Friedens.“

Dann standen die drei Kandidaten*innen Herbert Dorfmann (SVP / Europäische Volkspartei), Renate Holzeisen (PlusEuropa / Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) und Norbert Lantschner (Europa Verde / Grüne-Europäische Freie Allianz) den interessierten Schüler*innen Rede und Antwort. Gekonnt geleitet wurde die Diskussion von den zwei Schülerinnen Rebecca Zingerle und Anna Mair.

Ein Hauptanliegen war das Projekt-Thema Klimawandel. Dabei unterstützte Norbert Lantschner die Forderung der „fridays of future“-Bewegung nach einer so genannten CO2-Steuer. Auch Renate Holzeisen hätte grundsätzlich nichts gegen eine Einführung dieser neuen Steuer. Generell sollten ihrer Meinung nach, große Konzerne höher besteuert werden. Herbert Dorfmann verwies hingegen darauf, dass bereits ähnliche Modelle umgesetzt werden und die EU treibende Kraft der Pariser Klimaziele ist. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass bei einer einseitigen Besteuerung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen leiden und Güter deutlich verteuert würden.

In der Asylpolitik waren sich alle darüber einig, dass es neue Wege brauche und die so genannte Dublin-III-Verordnung zu überarbeiten sei. Herbert Dorfmann legte dabei den Schwerpunkt auf eine kontrollierte Zuwanderung und mehr Entwicklungshilfe vor Ort. Renate Holzeisen verlangte hingegen mehr Transparenz bei der Unterstützung von Entwicklungsländern und forderte höhere Kontrollstandards. Norbert Lantschner sah Europa in der Verantwortung und plädierte für mehr Offenheit.

Ebenfalls Handlungsbedarf besteht bei der digitalen Revolution. Dabei ist Europa bei gewissen Schlüsseltechnologien rückständig, so zum Beispiel beim Ausbau des G5-Netzes. Herbert Dorfmann verlangte einerseits mehr Investitionen in Innovation, andererseits müsse aber der Schutz der persönlichen Daten durch ein einheitliches EU-Recht weiterhin gewährleistet werden. Norbert Lantschner zeigte auf, dass durch die Digitalisierung eine neue Arbeitswelt entstehen wird. Dabei sprach er sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Renate Holzeisen könnte sich das ebenfalls vorstellen, wollte sich hinsichtlich der konkreten Umsetzung aber nicht festlegen, weil zukünftige Entwicklungen schwierig vorhersehbar seien.

Schließlich ging es noch um den Brexit. Renate Holzeisen hofft, dass es schlussendlich doch nicht dazu kommen werde. Norbert Lantschner bedauert die Entscheidung der Briten, weil die großen Probleme nur durch eine internationale Zusammenarbeit lösbar seien. Herbert Dorfmann nützte die Gelegenheit und appellierte nochmals daran, dass vor allem auch junge Menschen, denen die EU viele Möglichkeiten eröffne, bei den Wahlen von ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch machen sollen.

Professor Zeno Christanell referiert zum Einstieg über Daten und Fakten zur EU.

 

Ein interessiertes Publikum freut sich auf die spannende Diskussion.

Am Podium die Kandidaten*innen Norbert Lantschner (Europa Verde / Grüne-Europäische Freie Allianz), Herbert Dorfmann (SVP / Europäische Volkspartei) und Renate Holzeisen (PlusEuropa / Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) mit den zwei Moderatorinnen Rebecca Zingerle und Anna Mair.