Pro & Contra – Flughafen Bozen

Fallbeispiel für Direkte Demokratie an den Gymnasien Meran

Am Montag, den 06.06.16 fand in der Aula der Gymnasien Meran eine Pro und Contra Diskussion zum Regionalflughafen Bozen statt. Mit großem Interesse verfolgten die Schülerinnen der Maturaklassen diesem mit Experten besetzten Fallbeispiel für Direkte Demokratie und Bürgerpartizipation.

Auf Wunsch von Direktor Martin Holzner und auf Initiative der Professoren Norbert Dejori und Zeno Christanell diskutierten Andreas Riedl vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Mirjam Lanz von der BZO Airport Südtirol-Alto Adige die Für und Wider des Gesetzesentwurfes, über den die Maturantinnen beim Referendum am Sonntag 12.06.16 zum ersten Mal aktiv mitstimmen dürfen.

Nach  der Präsentation des aktuellen Gesetzes zur Direkten Demokratie, der konkreten Fragestellung bei der Volksbefragung und der Vorstellung des Konzepts zum Regionalflughafen Bozen stellten sich die beiden Experten den zahlreichen Fragen der Schülerinnen. Besonders bedeutsam war für alle Beteiligten zu unterstreichen, dass Zahlen und Statistiken ausgelegt werden können und niemals eine Wahrheit an sich darstellen.

Im Rahmen dieses Projektes hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Kunstgymnasiums unter der Leitung von Ruth Pinzger bereits eingehend mit der Thematik beschäftigt und im Unterricht Infografiken Pro und Contra Regionalflughafen gestaltet. Bei der Vorstellung dieser gelungenen und teilweise inhaltlich und ästhetisch sehr durchdachten Plakate wiesen die jungen Menschen ebenfalls darauf hin, wie schwierig für sie besonders die Interpretation der von beiden Seiden angeführten Statistiken war.

Bei der fast 3-stündigen Diskussion betonten beide Referenten deshalb auch immer wieder, wie wichtig es sei, die Volksbefragung als Chance wahrzunehmen, sich genau über das Thema zu informieren und dann die Verantwortung als Bürger und Bürgerin wahrzunehmen und zur Wahl zu gehen.

Die Entscheidung der Landesregierung den Gesetzesentwurf zum neuen Regionalflughafen Bozen über einen partizipativen Prozess abstimmen zu lassen, gibt den Bürgern und Bürgerinnen die Möglichkeit, die Zukunft ihres Landes aktiv mitzugestalten. Zumal der Landeshauptmann das politische Versprechen gegeben hat, sich an die Entscheidung des Referendums halten zu wollen.

Die Schülerinnen und Schüler jedenfalls schienen sich der demokratiepolitischen Möglichkeit sehr wohl bewusst, die ihnen durch das Referendum am Sonntag bietet und beteiligten sich mit großer Aufmerksamkeit und mit interessanten Fragestellungen an der Debatte.