Wake me up

Ein verblüffendes Singspiel der Gymnasien Meran

Als nach Richard Strauss, Pachelbel und Bach auch noch Beethoven, Mozart und Verdi leibhaftig auf der Bühne der Aula Magna der Gymnasien Meran stehen, wird es den Schülerinnen und Schülern zu viel. Sie wollten ein ausgegrabenes Gesellschaftsspiel spielen und dann steht plötzlich die gesamte verstaubte Musikgeschichte in ihrem Klassenzimmer. Wohin mit diesen Musikgenies, ihren seltsamen Ticks und ihrer offensichtlichen Abneigung gegen angelsächsische Modewörter?

Bei der Aufführung des Singspiels „Wake me up“ der 2. und 3. Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums mit Landesschwerpunkt Musik durfte viel gelacht werden. Der Fasching wurde in den Gymnasien Meran dieses Jahr musikalisch begrüßt. Unter der Leitung von Martin Graber, Sieglinde Holzner, Christian Sibilla und Jutta Telser haben die Schülerinnen und Schüler das närrische Stück in den letzten Wochen um die musikalische Vorgabe ihres Musiklehrers Martin Graber herum entwickelt, Musikerbiographien studiert, Dialoge geschrieben, Musikstücke eingeübt, Rollen verteilt und am Bühnenbild gebastelt.

Die gedrängte Probenzeit und der Umfang der Arbeit haben bis kurz vor der Aufführung so manche Zweifel am Gelingen des Singspiels entfacht. Doch wie durch ein Wunder – das besondere Wunder der Bühnenenergie – hat bei der Premiere für die 1. Klassen der Mittelschule Obermais und eine Klasse der Mittelschule Passeier plötzlich alles ineinandergegriffen: die Perücken der Maestri haben genau so gepasst wie das Zusammenspiel des Orchesters  und der Ensembles, Giuseppe Verdi hat seinen „Gefangenenchor“ mit athletischer Inbrunst dirigiert und Mozart hat allen erklärt, wie unendlich musikalisch die italienische Sprache ist. Die jungen Zuschauer waren begeistert und haben sich mit tosendem Applaus bedankt.

Ein wirklich gelungenes Beispiel dafür, wie selbstständig, einfallsreich, teamfähig und engagiert Schülerinnen und Schüler sind, wenn sie ihre eigenen Ideen realisieren dürfen. Das Publikum hat sich nicht nur köstlich amüsiert, sondern v.a. auch dem musikalischen Talent der jungen Musikerinnen und Musiker großen Respekt gezollt.