Europa aus der ersten Reihe

„Wir haben in diesen neun Tagen unglaublich viel gelernt“, so der einhellige Tenor der Schülerinnen und Schüler des Klassischen Gymnasiums und des Sprachengymnasiums Meran, die Südtirol/Italien Mitte Oktober bei der SchulBrücke Europa in Weimar vertreten haben. Diese Initiative wurde von der Deutschen Nationalstiftung ins Leben gerufen und hat seitdem vielen Jugendlichen aus Europa die Gelegenheit geboten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Nationalstiftung, der Robert-Bosch-Stiftung und der EJBw. Zusammen mit Gleichaltrigen aus Schweden, Frankreich, Rumänien, Deutschland, den Niederlanden und der Slowakei haben unsere Schüler die Geschichte Europas genauer unter die Lupe genommen.

In den Bereichen Demokratie, Menschenrechte, Ökologie, Ökonomie, Krieg, Frieden, Werte und Bildung haben die Schüler in internationalen Gruppen wichtige Entwicklungslinien herausgearbeitet und auf Lernplakaten verschriftlicht. „Es war interessant, mit Teilnehmern aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Wir haben ja vorwiegend unsere Landesgeschichte im Blick, bestenfalls noch die Geschichte der Nachbarländer. Aber was wissen wir über die Geschichte Rumäniens oder der Slowakei? Deshalb war es für mich spannend, etwas über die Geschichte und das Schulsystem dieser Länder zu erfahren“, so Leon Bartoli aus dem Klassischen Gymnasium.

Im Anschluss daran haben die Jugendlichen ihre Zukunftsgeschichten geschrieben und eine positive Sicht auf ein Europa im Jahre 2050 entwickelt. „Wir haben in unserer Gruppe die Vision einer europäischen Jugend-Partei geschaffen, deren Vertreter sich jährlich treffen. Vorschläge für die europäische Politik erarbeiten und diese auch in Gremien vorbringen können. Diese Jugend-Partei fungiert sozusagen als Mittlerin zwischen Politik und Volk und erhöht dadurch die Akzeptanz und Transparenz der politischen Entscheidungen. Auf diese Weise fühlen sich die Bürger mehr am politischen Entscheidungsprozess beteiligt und die Wahlbeteiligung steigt. So jedenfalls würden wir es uns wünschen“, meint Maria Rudolph-Ramirez aus dem Klassischen Gymnasium.

Liebe (zu Europa) geht bekanntlich auch durch den Magen, und so durfte ein internationales Büffet mit nationalen Köstlichkeiten nicht fehlen. „Wir konnten mit Speck, Kaminwurzen, Schüttelbrot  und süßen Spezialitäten aus Südtirol und Italien punkten. Besonders viele Komplimente habe ich für mein selbst gebackenes Apfelbrot bekommen“, berichtet Isis Prieth aus dem Klassischen Gymnasium. Aber auch die anderen Teilnehmerländer ließen sich nicht lumpen und es waren kulinarische Genüsse mit holländischem Käse, schwedischem Lachs, slowakischem Korbáčiky, deutschem Schmalzbrot, französischem Camembert und rumänischem Telemea garantiert.

Höhepunkt des Treffens waren die Verleihung der Zertifikate an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und das Versprechen: Wir kommen wieder!