Mit dem Rollstuhl in die Stadt

Vor Kurzem kam Tamara zu uns in die 5C des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums mit Schwerpunkt Musik. Sie selbst hat diese Schule im Juni abgeschlossen. Seit ihrer Geburt sitzt Tamara im Rollstuhl.  Mit alltäglichen Hindernissen kann sie geschickt umgehen, trotzdem ist sie in vielen Situationen auf die Hilfe anderer angewiesen. Auch uns wollte Tamara in ihre Welt mitnehmen und uns ihre Alltagsbarrieren näherbringen.  Die für sie zuständige Mitarbeiterin für Inklusion hat Rollstühle organisiert, auf denen wir durch die Stadt fahren konnten. Nicht nur die fehlende Kraft in den Armen machte mir zu schaffen, auch die dauernden Gehsteigrampen waren für mich mit großen Schwierigkeiten verbunden. In kurzer Zeit bemerkte ich, dass nicht nur das Fahren selbst zu erlernen war, sondern dass ich mich besonders auch an die vielen neugierigen, zum Teil mitleidigen Blicke gewöhnen musste. Tamaras Offenheit über ihre Einschränkungen zu reden, hat mich sehr beeindruckt. Dank ihr konnte ich meinen Blickwinkel auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten erweitern, und durfte eine Erfahrung mit ihr teilen, welche mein Leben auf eine neue Weise bereichert hat. (Bericht einer Schülerin)