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Erfolgreiche Premiere der „Antigone“.

Mit tosendem Applaus bedachte das zahlreiche Publikum, darunter auch Kulturlandesrat Philipp Achammer und Direktor Martin Holzner, die beeindruckende Leistung der Schülerinnen des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums Meran bei der Premiere der „Antigone“ im Theater in der Altstadt.

Am Freitag, den 28. März präsentierte die Theaterwerkstatt des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums unter der Leitung von Johanna Porccheddu im Theater in der Altstadt die „Antigone“ in der Bearbeitung des französischen Dramatikers Jean Anouilh.

In ihrer präzisen Inszenierung vertraute Johanna Porccheddu ganz auf die höchst aktuelle Aussagekraft des Stückes und auf die beeindruckende Leistung ihrer Schauspielerinnen. Der antike Mythenstoff um die rebellische Tochter des Königs Ödipus wurde vom französischen Dramatiker Jean Anouilh neu bearbeitet und 1944 in dem von den Nazis besetzten Paris uraufgeführt.

Bei Anouilh sind die Götter tot. Antigone wählt nicht mehr zwischen religiösem und staatlichem Gebot, sondern folgt ihrem ganz persönlichen Willen. Ihre Auflehnung gegen die Autorität ist durch keinen äußeren Konflikt gerechtfertigt. Sie geht ihren Weg, weil sie ihren Weg gehen will.

Dieser modernen Interpretation der umstrittenen und schwierigen Frauenfigur kommt Anika Gluderer als Antigone sehr nahe, wenn sie allen Vermittlungsversuchen ihrer Lieben zum Trotz freiwillig in den Tod geht.

Antigone:

„Ich, ich will alles, sofort und vollkommen – oder ich will nichts“

Erstaunlich auch die Leistung von Johanna Weise als König Kreon. Mit Sicherheit und Überzeugung vermittelt sie Kreons sehr aktuelle Ansichten über den Beruf des politischen Führers. Getragen wird die unerbittliche Auseinandersetzung der beiden Hauptfiguren vom großartigen Zusammenspiel des gesamten Schülerinnenensembles, das sich in minutiöser Feinarbeit dem inhaltsschweren Text genähert hat.

Die Musik von Joseph Kiem und Raphael Gamper war dabei in ihrer elektronischen Tiefe die perfekte Entsprechung zum minimalistischen Bühnenbild und zur konzentrierten Inszenierung des Stückes.

Johanna Porccheddu hat mit ihrer anspruchsvollen Stückwahl bewiesen, dass Schülertheater durchaus eine inhaltliche Herausforderung sein darf, an der die jungen Menschen nicht selten überraschend wachsen.