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Schüleraustausch „Pietro d’Abano“ – Gymme

Bereits im letzten Schuljahr haben wir die ersten bürokratischen Schritte unternommen, nachdem Frau Brigitte Siebenförcher, unsere Deutschlehrerin, die Idee zu einem Schüleraustausch mit einer italienischen Schulklasse aus Abano Terme unterbreitet hatte. Unsere Lehrkraft für Italienisch, Frau Claudia Sacchetto, hat die Initiative auch gleich begrüßt. Der Klassenrat und Direktor Martin Holzner haben unser Vorhaben abgesegnet und unsere Eltern haben sich hinter das Projekt gestellt und uns ihre Unterstützung zugesagt.

Gleich zu Beginn des heurigen Schuljahres haben wir im Rahmen eines Elternabends inhaltliche, organisatorische und finanzielle Fragen geklärt. In den darauffolgenden Wochen haben wir mit unserer Partnerklasse über die neuen Medien Kontakt aufgenommen und uns überlegt, mit welchem Programm wir unsere Partnerschüler überraschen würden. Südtirol hat viel zu bieten, eine abwechslungsreiche Landschaft, vielfältige kulturelle Höhepunkte und das wollten wir unseren Gästen vermitteln und so haben bei der Programmausrichtung neben kulturgeschichtlichen Schwerpunkten auch landschaftliche Eindrücke eine Rolle gespielt.

Montag, 27.11.2017

Das Projekt begann mit einer kleinen Aufregung, als uns die Mitteilung erreichte, dass die Partnerklasse mit den Begleitpersonen Frau Renate Gilli und Frau Emanuela de‘ Saraca bereits eine Stunde früher am Meraner Bahnhof ankommen würde. Nichts desto trotz bekamen wir ein reichhaltiges Büffet mit selbst gemachten Leckerbissen rechtzeitig hin und einige Schüler holten die Jugendlichen mit ihren Begleitpersonen am Bahnhof ab und begleiteten sie in die Aula Magna unserer Schule, wo die offizielle Begrüßung durch unseren Direktor Dr. Martin Holzner erfolgte. Fabian aus unserer Klasse gab auf der Gitarre ein Musikstück zum Besten und spätestens beim Kennenlernspiel war das Eis gebrochen.

Wir führten die Schülerinnen und Schüler aus dem Veneto noch durch unser Schulgebäude und begaben uns dann in die Außenstelle, wo wir als Klasse untergebracht sind und stärkten uns bei einem reichhaltigen Büffet. Fabian entpuppte sich als guter Unterhaltungsmusiker und es herrschte gleich eine gute Stimmung, so, als ob wir uns schon lange kennen würden.

Lara, Martha und Julia haben eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet und informierten die Gastschüler über die Bedeutung des Grafen Meinhard II für Tirol und für die Stadt Meran. Meran im Mittelalter war auch das Thema des Stadtrundgangs, den wir mit den Lehrpersonen Brigitte Siebenförcher und Ilse Pircher vorbereitet hatten und der am frühen Nachmittag auf dem Programm stand. Der mittelalterliche Erkundungsgang führte über den Rennweg und den Kornplatz durch die Laubengasse mit ihren interessanten Winkeln, dann zum Pfarrplatz mit der Nikolauskirche und der Barbarakapelle bis zum Passeirertor und dem Steinachviertel.

Dienstag, 28.11.2017

Wir haben uns um 8.00 Uhr am Meraner Bahnhof getroffen und sind mit dem Zug nach Mals gefahren. Dort trafen wir uns mit unseren Mitschülerinnen und den Gastschülern aus dem Oberen Vinschgau und gingen zu Fuß nach Glurns. Eingepackt in dicke Jacken und Schals freuten wir uns über die Sonnenstrahlen und das wunderbare Panorama. Zwei Stadtführer führten uns in getrennten Gruppen durch das Städtchen. Thematisch ging es wieder um die Stadtentwicklung im Mittelalter. Erneut begegnete uns Meinhard II, der Glurns aus seiner Bedeutungslosigkeit holte und zu einem Handelsmittelpunkt machte, indem er dem Städtchen am St. Bartholomäus-Tag das Marktrecht verlieh. Zudem brachte der Handel mit Salz, das in Hall gewonnen wurde, ein reges wirtschaftliches Wachstum. Das Salz durfte nur in Glurns gewogen werden und Fuhrleute brachten es in die Lombardei.

Gegen 12.00 Uhr wanderten wir bei schönem Wetter, aber bei Eiseskälte nach Schleis und wurden dort im Vereinshaus mit Tiroler Spezialitäten verköstigt. Laras Mutter und Leas Großmutter haben den Saal liebevoll dekoriert. Ein Höhepunkt des Tages war der Vortrag des Biobauern Alexander Agethle, der einleitend über die globalen Zusammenhänge in der Milchwirtschaft informierte, dann aber die Beweggründe aufzeigte., die dazu führten, dass er den heimatlichen Erbhof in einen biologisch geführten Betrieb umstrukturierte, der sich auf die Käseherstellung spezialisiert hat. Nach der Käseverkostung begaben wir uns zum Hof und besichtigten die Hofkäserei „Engelhorn“. Um 17.00 Uhr fuhren wir mit dem Zug zurück nach Meran.

Mittwoch, 29.11.2017

Am dritten Tag konnten einige aus unserer Klasse etwas länger schlafen, um 10.00 Uhr trafen wir uns alle zusammen auf dem Thermenplatz mit dem ORF-Journalisten und Stadtführer Patrick Rina, der kürzlich zusammen mit anderen Autoren ein Buch über den Meraner Kurarzt Dr. Franz Tappeiner herausgegeben hat. Wir teilten uns wieder in zwei Gruppen. Während die einen die Stadtführung machten, spazierten die anderen über die Wandelhalle und über die Sommerpromenade in die Gilf und von dort zum Pulverturm und über den Tappeinerweg wieder zurück in das Stadtzentrum. Überwältigt vom Ausblick auf die Stadt haben wir auf dem Pulverturm und auf dem Tappeinerweg viele Fotos geschossen.

Um 12.30 Uhr trafen wir uns mit der anderen Gruppe zum Essen in der Mensa des Liebeswerks. Nach einer kurzen Mittagspause waren wir an der Reihe mit der Stadtführung, die thematisch der Entstehung des Tourismus gewidmet war. Die Erkundungstour führte über das ehemalige Grandhotel Emma zum Kurmittelhaus, das als Kur- und Badeanstalt 1907 in Betrieb genommen wurde. Der Rundgang führte uns dann zur Evangelischen Christuskirche an der Promenade. Anschließend besichtigten wir das Stadttheater und zum Schluss das Kurhaus. Unsere Gäste waren begeistert von den detailreichen Erklärungen Patrick Rinas und auch wir haben Meran, wo wir unsere Oberschulzeit verbringen, auf eine intensive Weise kennengelernt. In Erinnerung bleiben werden uns die Worte Patrick Rinas, der auf die Weltoffenheit Merans im 19. Jahrhundert verwies, als die Stadt Menschen verschiedener Kulturen und Religionen beherbergte.

Donnerstag, 30.11.2017

Der letzte Tag führte uns in die Spezialbierbrauerei Forst nach Algund, wo wir die Gelegenheit bekamen, unter der fachkundigen Führung von Max Ghetta die Brauerei von innen zu sehen und die Etappen der Bierherstellung zu verfolgen. Unsere Gäste verfügten als Hotelfachschüler über detaillierte Vorkenntnisse. Neben dem modernen Sudhaus konnten wir auch die riesige Lagerhalle, wo das Bier maschinell abgefüllt wird, betreten.

Nach einem kurzen Mittagessen besuchten wir noch zusammen den Weihnachtsmarkt, wo sich unsere Freunde mit Mitbringseln für ihre Familien eindeckten. Dann fuhren wir zurück in die Schule, wo wir uns voneinander verabschiedeten. Es flossen sogar einige Tränen, aber beim Gedanken an unser Wiedersehen im April kam die Freude wieder auf. Ein Teil unserer Klasse ließ es sich nicht nehmen, die Gastschüler zum Bahnhof zu begleiten und dort zu verabschieden.

Wir haben uns intensiv auf die Tage mit unseren Gastschülern vorbereitet und haben eine Menge dazugelernt. Von den unvergesslichen Erinnerungen werden wir noch lange zehren und einige unserer Gastschüler  haben sich schon für einen erneuten Besuch in Meran in den nächsten Ferien angemeldet.

Klasse 3B/so