Historie

Gründung
Im Jahre 1724 gründeten die Benediktiner der Abtei Marienberg/Burgeis das Humanistische Gymnasium in Meran. Es stellt somit das erste und älteste Gymnasium in ganz Südtirol dar. Das Kloster Marienberg hatte in der damaligen Zeit eine Blüte erlebt und wollte seinen Wirkungskreis erweitern. Dabei verpflichtete sich die Klosterführung, drei Ordensleute als Lehrer nach Meran zu senden, damit sie die männliche Jugend in Latein, guten Sitten und Religion unterweisen. Zusätzlich sollte am Ende jedes Schuljahres von den Schülern eine Komödie aufgeführt werden.
 

  

Erweiterung
Trotz der anfänglichen Bedenken seitens der Meraner Bürger – man befürchtete, dass zu viele Jugendliche studieren und dadurch dem Handwerk verloren gehen könnten – wurde das neue Bildungsangebot sehr bald angenommen. 1736/37 besuchten bereits 104 Schüler das neu errichtete Gymnasium. Ende des 19. Jh., als mit 345 Studenten die höchste Besucherzahl erreicht wurde, wurde das ursprüngliche Gebäude gegen Süden erweitert, um Platz für eine Turnhalle, für zusätzliche Klassen und einen Aufbewahrungsraum für Bücher zu gewinnen.
 

Fächerangebot
In der Anfangszeit wurden drei Fächer unterrichtet: Religion, Latein und Griechisch. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Bildungsangebot stetig erweitert. 1744 wurde das Fach Geschichte eingeführt, 1752 Geographie und Arithmetik und 1764 Physik und Naturwissenschaften. Hauptfach blieb freilich Latein. Als 1848 Deutsch als selbstständiges Fach in den Fächerkanon aufgenommen wurde, standen ihm nur halb so viele Wochenstunden wie dem Lateinunterricht zur Verfügung. Italienisch, das schon früher als Freifach unterrichtet worden war, wurde Mitte des 19. Jh. Pflichtgegenstand. Dieses Lernangebot wurde noch um einige Freifächer bereichert: Französisch, teilweise auch Englisch, Kalligraphie, Stenographie, Turnen, Zeichnen und Gesang.
 

Auflassung der Ordensschule
Das Ende der Ordensschule wurde 1922 eingeläutet, als dem Gymnasium im Zuge der faschistischen Schulpolitik die staatliche Anerkennung entzogen wurde. Durch verschiedene Maßnahmen (Einführung von Italienisch als Unterrichtssprache, Verlegung der Reifeprüfung nach Trient) wurde der reguläre Schulbetrieb derart erschwert, dass die Benediktiner im Jahre 1927/28 die Tore der Schule schlossen. Dafür übernahm die staatliche Schulbehörde das Schulgebäude am Rennweg und errichtete dort ein staatliches Gymnasium mit italienischer Unterrichtssprache.
 

Öffentliches Gymnasium „Beda Weber“
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste die deutsche Schule in Südtirol neu aufgebaut werden. 1946 konnte das Humanistische Gymnasium als vorerst einziges öffentliches deutschsprachiges Gymnasium in Südtirol den Schulbetrieb wieder aufnehmen. 1966 wird das Humanistische Gymnasium nach dem Benediktiner, Lehrer, Schriftsteller und Politiker „Beda Weber“ benannt.
 

 

Erweiterung des Bildungsangebotes: Neusprachliche Fachrichtung
Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt vom Aufbau des deutschen Schulwesens im Lande und von der Errichtung zahlreicher neuer Oberschulen im Raum Meran. 1987 beschließt das Professorenkollegium, das Humanistische Gymnasium „Beda Weber“ um eine weitere Fachrichtung zu erweitern. Neben der Klassischen Fachrichtung wird die Neusprachliche Fachrichtung eingerichtet, die den traditionellen Bildungszweig von der Anzahl der Einschreibungen her bald überflügelt.
 

Auswirkungen der Oberschulreform
Im Dezember 2010 beschließt die Südtiroler Landesregierung im Zuge der Oberschulreform, die Direktion des Humanistischen Gymnasiums aufzulassen und die bisherigen Bildungsangebote unter den neuen Namen Klassisches Gymnasium und Sprachengymnasium der neu errichteten Direktion des „Sozialwissenschaftlichen, Klassischen, Sprachen- und Kunstgymnasiums Meran“ anzugliedern.