Klassik re-loaded

Im Juni 2016 nutzten 13 Schüler aus dem Sprachengymnasium zusammen mit Jugendlichen aus anderen deutschen Gymnasien (Berlin, Garbsen, Bruchhausen-Vilsen, Sömmerda) die Chance, eine Woche lang an der SchulBrücke Weimar teilzunehmen. Thematischer Schwerpunkt war in diesem Jahr das klassische Humanitätsideal.

Die Frage, ob wir heute noch mit dem Begriff „Humanität“ der Weimarer Klassik arbeiten können, knüpft direkt an die aktuelle europäische Flüchtlingsproblematik an. In der Auseinandersetzung mit grundlegenden literarisch-philosophischen Texten zum Gegenstand (über Lessing, Goethe, Schiller, Herder, Fichte, Kant, Humboldt bis zu Beck und Marcuse) ergaben sich für die Jugendlichen immer neue Anbindungen an Politik und Zeitgeschehen.

Einen ganzen Tag verbrachte die Projektgruppe im KZ Buchenwald. Der Kontrast Weimar – Buchenwald deckt in erschreckender Weise auf, „wie dünn die Patina des Humanen ist“ (Ziegler).

So ist es ein Anliegen des Projektes SchulBrücke Weimar, Brücken zu bauen, Zusammenarbeit zu stärken, jetzt, wo Europa in seinen Gundfesten wankt, zukünftige Entwicklungslinien zu finden, „Europa eine Seele zu geben“ (Frithjof Reinhardt).

Eine Woche lang analysierten und hinterfragten die Schüler den Begriff Humanität aus verschiedenen Blickwinkeln und in unterschiedlichen Ansätzen. Am Ende stand die grundsätzliche Erfahrung:

Klassik hat mit uns zu tun.

 

Petra Deutsch, Juni 2016