Notata: Von Kometen und Hinrichtungen

 „Das Arbeiten an den Notata war sehr interessant. Die Unterschiede zwischen dem Leben der Menschen damals und unserem heute faszinierten uns. In Zusammenarbeit mit Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen des Liceo Gandhi haben wir die Geheimnisse Paumbgartners und der uns so fremden Zeit gelüftet. Spannend war dabei, dass es sich immer um Meran und seine Umgebung drehte. Nicht nur im Bereich der Meraner Geschichte haben wir viel gelernt, auch unsere Latein- und Kalligraphiekenntnisse konnten wir erweitern. Das Projekt stellte eine große Herausforderung für uns dar, an der wir jedoch gewachsen sind.“ (Magdalena Stricker und Sonia Weiss)

Die Transkription und Übersetzung Handschrift des Geistlichen Lorenz Paumbgartner ist nun dem breiten Publikum in Buchform zugänglich.

Sie ist das Ergebnis der gemeinsamen didaktischen Erfahrung von Oberschülern und begleitenden Lehrkräften aus dem italienischen Liceo Classico (I.I.S.S.) Gandhi und dem deutschen Sprachengymnasium Beda Weber innerhalb der schulübergreifenden Zusammenarbeit „Classico trifft Klassik“ ist die Veröffentlichung dieses Quellenstudiums. Grundlage dafür bildete die Lernwerkstatt „Che storie“, die an beiden Schulen, im Stadtarchiv Meran und im Palais Mamming stattfand. Die gemeinsamen Treffen wurden digital begleitet und fanden nach Bedarf curricular und außerschulisch sowie im Sommer statt. Dank der Unterstützung des Stadtarchivs Meran erhielten die Beteiligten die seltene Gelegenheit, mit einem Manuskript aus dem 17.ten Jahrhundert systematisch zu arbeiten und einen faszinierenden Einblick zu gewinnen; zuerst in die komplexe graphologische Textgestaltung mit der damals auch üblichen Hereinnahme der Kurrentschrift, und dann in die Erschließung der lokalen Geschichte und vor allem auch in die Wahrnehmung derselben.

Die Arbeit an der Transkription erwies sich bei der Entzifferung der graphisch variierenden Hand und der zu entschlüsselnden kodifizierten Kürzel nicht selten als hürdenreich und führte die Beteiligten an die Lupenarbeit und an die Hinzunahme der Vergrößerung am Laptop heran. Die allmähliche Zusammenführung aller Teile und die Auseinandersetzung mit Begriffen und Wendungen, die schlussendlich aufzeigten, dass Paumbgartner deutsch dachte und lateinisch schrieb, begeisterten alle. Die Übertragung forderte von den Übersetzern oft die Entscheidung zu syntaktischen Umstellungen, die der Equipe, in beiden Sprachen, Italienisch und Deutsch, neue Zugänge zur Metasprache Latein aufzeigte; dies stellte eine gegenseitige Bereicherung und Kompetenzerweiterung dar.