SchulBrücke Weimar – gelebtes Europa

Wieder war die SchulBrücke Weimar ein beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis für alle Beteiligten. Rund um die Begriffe Reformation – Revolution – Transformation wurde eifrig definiert, diskutiert und philosophiert. Es ging darum, die Verknüpfung zwischen revolutionären Umbrüchen und philosophischen Grundsätzen offenzulegen, Aussagen zu hinterfragen, Texte kritisch zu analysieren.

Die Workshops Kunst, Kunstgeschichte, Malerei, Geschichte, Philosophie und Fotografie waren durchwegs von Fachkräften begleitet. Im Fokus standen Autonomie, Selbstbestimmung und Freiheit des Menschen. Ein anderes Kernthema war ziviler Ungehorsam. Wie immer legten der Austausch und die Auseinandersetzung gebündelte emotionale, kreative und intellektuelle Kräfte frei. Die Produkte der Arbeitsgruppen wurden perspektivisch in einen Zeitstrahl von der Antike bis zur Gegenwart eingearbeitet. Dadurch wurden geschichtliche Prozesse hervorgehoben und Parallelität und Vernetzung von Ereignissen sichtbar gemacht.

Die SchulBrücke macht es sich zur Aufgabe, zwischen europäischen Jugendlichen unterschiedlicher Nationen Brücken zu bauen und Verbindungen zu schmieden gerade in einer Zeit, in der es vermehrt um die Bündelung europäischer Kräfte und um die Besinnung auf Europas Stärken geht. Heuer waren neben Deutschen, Slowaken und Südtirolern zum ersten Mal auch Bulgaren mit dabei.

Wieder hat die SchulBrücke Weimar bei jungen Menschen das Bewusstsein für europäische Identität geschaffen. Und sie wissen: Jeder gesellschaftlichen Veränderung geht ein Wandel in den Persönlichkeits- und Affektstrukturen voraus.

Petra Deutsch, Weimar 2017