Wir sind Philosophen - Philosophische Tagung 2013/14

  

TOD...so lautete das diesjährige Thema der Klasse 5B

In Anbetracht des Todes verstummen Stimmen, verharren Menschen, wird einem jeden die Endlichkeit des irdischen Lebens bewusst. Dieser Umstand ist Grund genug, um ihn näher zu beleuchten; und das wenn möglich auf philosophische Art und Weise.

Sollte der Tod die Lebensplanung und -gestaltung beeinflussen oder als nicht erlebbares Moment eher ausgegrenzt werden? Kurz, wie ist mit diesem Faktum umzugehen?

Das waren Fragen, die die grübelnden Köpfe der Klasse 5B in luftigen Gefilden während der philosophischen Tagung zum rauchen brachten.

Wie jedes Jahr, so auch heuer, sorgten die ungemein freundlichen Schwestern des Schwesternheimes in Völs am Schlern für ein wohliges und überaus angenehmes Klima, was das Studieren erleichterte und Frau sowie Herrn Philosoph bei Laune hielt. In diesem Sinne Respice, lector, in nihil ab nihilo quam cito recidimos.

FREIHEIT ...so lautete das diesjährige Thema der Klasse 5C 

Das Thema wurde Fächer übergreifen sowohl aus einer literarischen als auch aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive angegangen. Nichts wurde dem Zufall überlassen: Jeder Gedanke wurde konsequent philosophisch zu Ende gedacht, kein Argument ungeprüft oder unkritisch liegen gelassen. Dennoch oder gerade deshalb blieben nach den drei Tagen des philosophischen Debattierens viele Fragen offen. Aber vielleicht ist gerade dieser Aspekt der Wesentlichste ganz nach dem Motto: Wir sind frei, also zweifeln wir!
Ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm brachte die Köpfe zum Rauchen.

Tag 1

Vortrag  mit Herrn Prof. Kolarczyk: Am Vormittag des ersten Tages präsentierte uns Prof. Kolarczyk anhand einer eindrucksvollen Power Point Präsentation die subtile Grenze die zwischen der Zerstörungskraft der Wissenschaft und der Handlungsfreiheit der Wissenschaftler liegt an der Entwicklung der Atombombe. Detailliert und faktenreich beschrieb Prof. Kolarczyk die Geschichte rund um den Bau der Atombombe am Beispiel des brillanten sowie genialen amerikanischen Physikers Robert Oppenheimer. Der Vortrag zur Geschichte der Atombombe begann mit dem Feuer als Ursprung der menschlichen Erkenntnis dargestellt durch mythologische Figur des Prometheus und endete in der Katastrophe: mit dem Abwurf der Atombomben im Jahre 1945 auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki.

 

Am Nachmittag desselben Tages besuchte uns Frau Prof. Egger. Ihr Anliegen war es, den Wert der Freiheit im  Allgemeinen und die Angriffe auf die Freiheit anhand von literarischen Texten zu erörtern. Die  Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Thesen der Autoren Juli Zeh und Ilija Trojanow war dabei sehr anregend. Das Anliegen, wofür diese beiden Autoren kämpfen ist die Leser wachzurütteln vor den „Angriffen auf die Freiheit“ seitens der technologischen Überwachung.

Tag 2

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der streng philosophischen Auslegung. Zunächst wurden unter der Anleitung von Herrn Prof. Poggio der Freiheitsbegriff anhand konkreter Beispiele aus neueren philosophischen Veröffentlichungen präzisiert und problematisiert. Dabei wurde vor allem auf die Differenzierung von negative Freiheit und positive Freiheit genauer eingegangen. Die Frage nach dem freien Willen - FREIHEIT UND DETERMINATION - war das zentrale Thema dieses Tages. Zunächst wurden die unterschiedlichen philosophischen Standpunkte skizziert. Dann erklärte Herr Prof. Poggio die Position einiger klassischer Protagonisten der Philosophie die sich mit der Willens- bzw. Handlungsfreiheit auseinandergesetzt haben. Am Nachmittag wurden  Texte von Naturwissenschaftlern, die die Willensfreiheit mit unterschiedlichsten Argumenten in 

 

Frage stellen, beleuchtet. Aktuelle Texte, die Annahme von Willensfreiheit jenseits eines Kantischen Willensbegriffs zu retten versuchen wurden analysiert. Gegen Ende des Tages wurde noch in kleineren Gruppen gearbeitet. Dabei wurden Texte von Philosophen und Hirnforschern, die zusammen die aktuelle Bandbreite der Diskussion um die Willensfreiheit vermitteln, von einem rigiden Eigenschafts-dualismus bei Searle, bis zu einem harten Monismus, bei G. Roth, analysiert und die Ergebnisse vorgetragen und verglichen.

Die beiden Tage endeten mit einem zum Thema passenden Film und anschließender Diskussion.    

Tag 3

Der dritte und letzte Vormittag stand ganz im Zeichen Jean-Paul Sartres „Philosophie der Freiheit“. Prof. Poggio gab einen Einblick in das Werk des Philosophen und seiner bekannten Formulierung: „Zur Freiheit verurteilt zu sein“. Was das bedeutet und wie das zu interpretieren sei, zeigte Prof. Poggio im Verlauf des Vormittags. Dabei wurden die Schlüsselbegriffe der Sartreschen Philosophie skizziert und einzelne Passagen aus dem Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ erörtert.