GRENZEN

Grenzen öffnen, sich verbinden, sich integrieren, über den Zaun schauen - besser noch, die Zäune sollen verschwinden, Grenzen sollen durchbrochen werden - so ein wichtiger Gedanke unserer Zeit. Das findet sich in Worten wie: keiner darf ausgrenzt werden, eine gemeinsame, globale Welt, alle sind gleich, Trennendes muss abgebaut werden.

Grenzen geben Sicherheit

So gut es ist Grenzen immer neu zu überdenken und manche auch niederzureißen, so sind Grenzen doch auch wichtig für unser, für mein Leben. Ich muss mich schützen, abgrenzen, vor den vielen Ansprüchen und Gefährdungen des Alltages - NEIN sagen können. Jede Bestimmung, Definition setzt Grenzen.
Ich muss mir auch meiner Grenzen bewusstwerden. Ich darf mich ent-scheiden um weiterzukommen, meinen Weg zu gehen. Ich soll integer, ganz (abgegrenzt) sein. Grenzen geben mir Sicherheit.

Spannung aushalten

Diese Spannung gilt es auszuhalten. Das haben wir in diesem Schuljahr besonders gespürt:
- Abstand halten, Abgrenzung und doch die notwendigen Kontakte halten
- die verschiedenen Meinungen und Mainstreams, sich Positionieren und doch in Beziehung bleiben und tolerieren
- Veränderungen, Entscheidungen, neue Wege, neue Grenzen und doch das Alte, Gute, Bewährte, die Sicherheit nicht verlieren.

Mit Spannung leben

Mit Spannung richtig umzugehen, ist schwierig. Ein Weg ist es hinter jeder Grenze den Menschen zu sehen. Die katholische Tradition der Kirche sagt uns, dass wir in den verschiedenen Grenzen der Welt das "sowohl als auch", das "et et" sehen sollen. Das ist nicht so sehr ein Sehen mit dem Auge, dem Kopf, sondern mit dem Herzen. Der Blick der Liebe. Mit der Liebe wurden und werden viele Grenzen überwunden (mit dem Wort Liebe ist hier die christliche Agape gemeint: die hingebende, gewagte, aufopfernde Liebe - siehe dazu die Bibel).

Diese Geschichte kann das verdeutlichen

Zwei Schüler eines Rabbis streiten sich. Als der Rabbi fragte, was denn los sei, erzählte der eine Schüler den Hergang des Streitgesprächs aus seiner Sicht und klagte den anderen Schüler dabei an. Der Rabbi sagte zu ihm: „Du hast vollkommen recht!“ Der andere Schüler war darüber noch verärgerter und schilderte seine Sicht der Geschehnisse, welche die eigene Unschuld und die Schuld des anderen darlegte. Der Rabbi sagte in ruhigem Ton: „Und Du hast auch recht!“. Ein weiterer Schüler des Rabbis konnte das gesamte Gespräch mitverfolgen, schüttelte verständnislos den Kopf und sagte verärgert: „Wie kannst du beiden sagen, sie hätten recht. Das ist doch der größte Unsinn, den du da von dir gibst“. Der Rabbi entgegnete ihm väterlich: „Auch Du hast recht!“
(Quelle unbekannt)

In Beziehung leben, den Menschen sehen, heißt
- die Liebe überwindet die Grenzen, ohne sie niederzureißen
- die Liebe verbindet, trotz der und mit den Grenzen meines Lebens

In diesem Sinne wünschen wir der Schulgemeinschaft ...

- einen guten Abschluss
- positive und erfüllende Beziehungen/Erlebnisse, die wir mitnehmen können
- ein großes Herz für die Menschen, besonders jenen an unserer Seite
- erholsame Ferientage
- Gesundheit und Freude

SCHÖNE FERIEN!!!
für die AG Schulfeiern und die FG Religion, Markus W.