
Anlässlich des Tages der Bibliotheken legte die Schulbibliothek der Gymnasien Meran den Fokus auf das Thema „Alltag im Ersten Weltkrieg“. Dem Direktor des Schulsprengels Schluderns, Dr. Herbert Raffeiner, ist es auf eine anschauliche Weise gelungen, in der vollbesetzten Aula Magna den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen den Krieg vor der Haustür in all seinen sozialen Aspekten näher zu bringen.
Im Zentrum der Ausführungen stand fraglos der Alltag der Menschen im Krieg. Herbert Raffeiner lenkte den Blick auf die Heimatfront, insbesondere auf das Schicksal der Frauen, welche, auf sich allein gestellt, nicht mehr nur mit dem Haushalt und der Kindererziehung betraut waren, sondern zusätzlich die Aufgaben in der Landwirtschaft und in traditionellen Männerberufen übernehmen mussten. Sehr anschaulich schilderte er den Alltag der Soldaten an der Ortlerfront, wo große Gefahr nicht so sehr vom Beschuss des italienischen Feindes drohte, sondern von den Naturgewalten. Er ging auch auf das zwiespältige Wesen des Moritz Erwin Freiherr von Lempruch ein, der die Soldaten an der Ortlerfront befehligte und während der Kriegsjahre in Prad wohnte.
Die Botschaft des Referenten: der Krieg brachte nur massenhaft Leid, Tod und seelische und materielle Not mit sich. Der gezielten Propaganda ist es zu verdanken, dass es anfänglich eine große Bereitschaft zum Krieg gegeben hat, wobei die wenigsten ahnten, was auf sie zukommen würde: ein historisch neuartiger Krieg von bisher nicht gekanntem Zerstörungspotential.
