„Ad fontes“: 300 Jahre Schulbildung - Klassiker*innen besuchen Kloster Marienberg

Ad

1724 gründeten die Patres des Benediktinerklosters Marienberg in Meran ein Knabengymnasium. Mit der Stadt wurde ein Vertrag geschlossen, in dem die Klostergemeinschaft sich verpflichtete, „fir ietz und auf ewig die männliche Jugend gratis in der Latinitet und das gewöhnliche ex graecis, bevorab in guaten Sitten zu unterweisen.“ 

Kürzlich begaben wir - die 13 Schüler*innen des Klassischen Gymnasiums Meran- uns anlässlich des 300-jährigen Jubiläums unserer Schulgründung auf Spurensuche an den Ort, der durch Jahrhunderte hindurch von anspruchsvoller und intensiver Bildungsarbeit geprägt war. 

Das Kloster ist nicht nur als Gebäude ein Ort der Superlative (höchstgelegenes Benediktinerkloster Europas, älteste Blockhauselemente in Europa, einzigartiger romanischer Freskenzyklus in der Krypta), sondern birgt auch in seinem Inneren wahre Schätze. Im Rahmen einer hochinteressanten Führung durch das 2021 eingerichtete Schaudepot bestaunten wir die historische Lehrmittelsammlung, die von den wissbegierigen Mönchen angelegt worden war. Präparierte Tiere, physikalische Gerätschaften, eine umfangreiche und wertvolle Mineraliensammlung sowie zahlreiche Mitbringsel der Mönche von ihren Urlaubsreisen, die zugleich auch dem Selbststudium und der persönlichen Weiterbildung dienten, bezeugen das Bemühen der Patres, ihren Unterricht möglichst anschaulich zu gestalten, und ihre Hingabe und Liebe zu ihren Fächern und den naturwissenschaftlichen und klassischen Bildungsinhalten. Highlight für uns waren einige Exponate der Schliemann -Sammlung, die uns die eben gelernten und rezitierten homerischen Verse und insgesamt den zeitlosen Wert der klassischen Bildung lebhaft ins Bewusstsein riefen. Und so haben wir uns mit Freude und Stolz in das Gästebuch eingetragen!