Der Zeitraum vom 21. bis zum 24. April 2023 stand anlässlich des Welttags des Buches an unseren beiden Schulstellen wieder ganz im Zeichen des Lesens und der Autoren. Der Welttag des Buches wurde im Jahre 1995 von der UNESCO ausgerufen und für den 23. April festgelegt. Dabei folgte man einer Tradition der Katalanen, die sich am 23. April, dem St. Georgstag, zum Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung Blumen und Bücher schenken.
An den beiden Bibliotheken der Gymnasien Meran sind einige Initiativen durchgeführt worden.
Der Beginn erfolgte am Bibliotheksstandort in der O. Huber-Straße am Freitag, 21. April: Bereits am frühen Morgen lagen internationale Zeitungen und Zeitschriften auf, die - zusätzlich zum herkömmlichen Medienbestand - zum Schmökern einluden. Viele Schüler*innen sowie Lehrpersonen nutzten diese Gelegenheit und genossen dabei auch die selbst gebackenen Snacks sowie den frisch gepressten Saft bzw. den Kaffee.
Nach der Pause stellte Zeno Christanell Bücher vor, die ihn im Laufe seines Lebens beeindruckt haben. So erfuhren die vielen interessierten Zuhörer*innen, dass Herr Christanell – der bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister als Deutschlehrer am Gymme arbeitete – eine große Sammlung an Comics besitzt, deren Grundstock er schon im Kindes- und Jugendalter gelegt hat. Außerdem haben und hatten es ihm Bücher mit philosophischem Hintergrund angetan: „Der kleine Prinz“, „Sophies Welt“ und „Zum ewigen Frieden“ von Kant gehören zu den Büchern, die er mit Anekdoten aus seinem Leben vorgestellt hat. Neben „1984“, einer dystopischen Zukunftsperspektive aus dem Jahr 1948 von G. Orwell, brachte Zeno Christanell auch literarische Werke von Dostojewsij und Dürrenmatt mit. Den Abschluss bildete das Gedicht „Stufen“ von H. Hesse, in dem es unter anderem heißt:
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
[Hermann Hesse: Lesebuch, 1992, 384.]
Monika Niederstätter stellt ihre Lesebiografie vor
Seit sie sich erinnern kann, haben Bücher im Leben von Monika Niederstätter eine große Rolle gespielt. Die ehemalige Leistungssportlerin und Olympia-Teilnehmerin, die im Jahre 1993 an unserer Schule die Maturaprüfung abgelegt hat, sagte bereitwillig zu, Schüler*innen ihre eigene Lesebiografie vorzustellen. Sie präsentierte am 24.04.2023 in der Schulbibliothek in der Verdistraße auf sehr lebendige Art zahlreiche Bücher, die sie durch die Kindheit, die Teenagerzeit, während des Studiums und auch als Erwachsene begleitet und geprägt haben. Selbst in der Zeit, als der Sport in ihrem Leben dominant war und sie als Leistungssportlerin viel in der Welt unterwegs war, hat sie immer Zeit für zum Lesen gefunden und ist in die Welt der Bücher eingetaucht.
Im ersten Lahr der Pandemie hat sie in der Sonntagszeitung Zett einen Text veröffentlicht, in dem sie auf die Bedeutung des Lesens in Krisenzeiten verwies, weil Bücher die Menschen darin unterstützen können, herausfordernde Zeiten besser zu überstehen.
Monika Niederstätter arbeitet heute als Psychologin und Mentaltrainerin und liest neben der Belletristik auch Fachliteratur. Sie bedauert, dass Kinder und Jugendliche durch die sozialen Medien stark abgelenkt werden und ein falsches Selbstbild bekommen. Deswegen richtet sie ihren Appell an die Jugendlichen, sich immer auf den wahren Wert des Selbst zu besinnen, ohne auf die Rückmeldung der anderen zu warten und rundet die Begegnung mit der Geschichte Der wahre Wert des Rings ab, in der es um die Einzigartigkeit eines jeden Menschen geht.
Wir bedanken uns herzlich bei Monika Niederstätter und Zeno Christanell, die auf eine selbstverständliche Weise das Zustandekommen unserer Aktion ermöglicht haben!