Aufbruch und Ankunft – junge Gedanken

Aufbruch und Ankunft – junge Gedanken
Aufbruch und Ankunft – junge Gedanken

Literatur – Begegnung: Videobotschaften aus der Quarantäne

Die Schüler*innen der Klasse 5K des Kunstgymnasiums Meran nahmen in diesem Schuljahr an einem zweiteiligen Schreibworkshop mit der bekannten Südtiroler Autorin Maxi Obexer teil. Einige Texte zum Thema „Aufbruch und Ankunft“ werden nun auf der Internetseite der Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) als „Videobotschaften aus der Quarantäne“ veröffentlicht.

Maxi Obexer ist eine der international renommiertesten Südtiroler Autorinnen. In ihrem aktuellen Romanessay "Europas längster Sommer" beschäftigt sie sich mit der Frage, wo sich Europa befindet und wie es angesichts der Nationalisierung der EU-Staaten möglich ist, Europäerin zu werden.

Die Schüler*innen der Klasse 5 K/ku erlebten den Essay in Form eines Klassentheaters der VBB mit der Schauspielerin Patrizia Pfeifer unter der Regie von Joachim Gottfried Goller. Im Anschluss hatten sie die Möglichkeit einer Autorenbegegnung. Nach diesem ersten Treffen mit Maxi Obexer verfassten sie eigene Texte zum Thema „Aufbruch und Ankunft“.

Diese wurden nun in der Quarantäne gemeinsam mit der Autorin, der leitenden Dramaturgin Ina Tartler und Professor Zeno Christanell via Video-Konferenz nachbesprochen und korrigiert. Durch die derzeitige Ausnahmesituation und die starke Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit bekommen die Gedanken der jungen Autoren*innen eine ganz besondere Wirkung und vermitteln indirekt tiefe Sehnsucht nach baldiger „Normalität“.

Die ab nun auf der VBB-Seite (www.theater-bozen.it) veröffentlichten tiefsinnigen Videobotschaften sind gleichzeitig auch eine authentische Dokumentation der rapiden Veränderung des gesellschaftlichen Verhaltens im Ausnahmezustand. Schlussendlich öffnen sie aber vor allem den Blick nach vorne und geben Hoffnung auf die Chance neuer ganz individueller Aufbrüche.

 

Aufbruch und Ankunft – junge Gedanken

Schüler*innen der Klasse 5K/ku des Gymme Meran lesen selbstverfasste Texte, die im Rahmen einer Schreibwerkstatt unter der Leitung der Südtiroler Autorin Maxi Obexer entstanden sind. Die literarische Gattung war frei wählbar. Wir gratulieren!

Auszüge – mehr unter www.theater-bozen.it.

„Sich von alten Fesseln lösen und einfach mal neue Wege gehen, unter diesem Motto steht mein Aufbruch in die Fremde. Es ist wahrlich ein Bruch mit meinem alten Ich. Ein Bruch, durch den Raum für etwas Neues entsteht. Etwas, das mich vorwärtstreibt und auf einen neuen Pfad bringt.“ (Jana Unterholzner)

„Angekommen ist man meiner Meinung nach, wenn man sich seiner Situation bewusst ist und sie wertschätzt, egal ob man umzieht oder nur eine Rundreise macht. Das Ankommen ist vielmehr ein Prozess im Kopf als das Ziel einer Reise.“ (Anna Mair)

„Unsere Gesellschaft muss aufhören, Menschen auszugrenzen, nur weil sie anders sind. Jeder ist anders als der Andere. Keiner von uns ist der Selbe. Nur so kann Aufbruch und Ankunft gut und positiv gesehen werden.“ (Pia Tscholl)

„Wird es in unserer Zukunft so weit kommen, dass wir die Erde verlassen müssen und uns auf die Suche nach einem neuen Lebensraum machen, weil wir unseren Planeten zerstören?

Die grundlegende Frage ist dann, ob es bei jedem Aufbruch überhaupt eine Ankunft gibt.“ (Loris Gitterle)

„Ich möchte versuchen, meine Zukunft nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten, denn in Schubladen werde ich nicht gerne gesteckt. Viele fühlen sich in diesen Kategorien wohl, und das ist auch okay. Jeder ist unterschiedlich und so ist es auch gut, denn wären wir alle gleich, wäre die Welt sehr einfarbig.“ (Nicole Decarli)

„Ich glaube, dass Aufbruch immer etwas Positives mit sich bringt. Ob man aufbricht in ein anderes Leben, weg von einer Person, die man gerne in seiner Vergangenheit lassen möchte, oder in ein anderes Land. Das Ziel ist das gleiche, nämlich die Hoffnung anzukommen.“ (Rebecca Zingerle)

Loris Gitterle

 

Jana Unterholzner

 

Nicole Decarli

 

 

Rebecca Zingerle