Lebens(ver)läufe - Prof. Lukas Prantl

Lebens(ver)läufe - Prof. Lukas Prantl
Lebens(ver)läufe - Prof. Lukas Prantl

„Neue Hoffnung in der Therapie mit Stammzellen aus dem Fettgewebe“. Zu diesem Thema hielt der aus Südtirol stammende und  in Regensburg als Plastischer und Ästhetischer Chirurg tätige Prof. Lukas Prantl ein Referat in der Aula der Gymme. Er war einer Einladung der Schulbibliothek gefolgt, die zum Motto „Lebens(ver)läufe“ für 3., 4. und 5. Klassen (ca. 150 Schüler/innen) eine Begegnung mit dem ehemaligen Schüler dieser Schule organisiert hatte. Mit seinem Referat öffnete der Arzt ein kleines Fenster zur Welt der Forschung. Seine Ausführungen veranschaulichte er geschickt durch Bilder und Kurzfilme, die u. a. Tierversuche an der Universität von Texas, Operationen an der Brust, einen abgetrennten Unterarm und den chirurgischen Eingriff zur Rekonstruktion zeigten. Die Fragen der Schüler und Schülerinnen ließen erkennen, dass es dem Chirurgen gelungen war, die jungen Menschen anzusprechen und ihr Interesse zu wecken.

Im Anschluss daran stand die Biographie von Lukas Prantl im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der rührige 46-jährige Südtiroler folgte zielstrebig seiner  Motivation. Der 4,6 m lange Zeitstrahl auf einer Papierfahne, die von der Galerie in die Aula hing, demonstrierte den beruflichen Werdegang Prof. Prantls vom Abschluss der Lehrerbildungsanstalt  1986 (Herkunftsschule des sozialwissenschaftliches Gymnasium), das Medizinstudium in Innsbruck, die verschiedenen Assistenzarztstellen, die Habilitation 2007 an der Universität Regensburg, den anschließenden Aufenthalt in den USA als Gastprofessor und Forscher an der Universität in Texas bis hin zur Ernennung zum Akademischen Direktor und Leiter des Zentrums für Plastische und Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungs-Chirurgie am Universitätsklinikum Regensburg und am Caritas Krankenhaus St. Josef. Die Fragen der Schüler und Schülerinnen beantwortete Prof. Prantl gelassen und humorvoll. Ausgehend von seinen Erfahrungen richtete er an die Jugend den Appell, zielstrebig aber nicht verbissen den eigenen Weg zu gehen.

Den letzten Teil der Matinee bestritten die Klassen 3A, 3B und 3G in der Bibliothek zum Schwerpunkt Ästhetische Chirurgie. Die Jugendlichen hatten sich im Unterricht mit verschiedenen Sachtexten zu „Glücksphantasie Schönheit“ beschäftigt, wo u. a. auch die Frage „Nach Designermöbeln der Designer-Mensch?“ thematisiert wurde.

Verschiedene Rollenspiele entlockten dem Arzt jeweils die Expertenmeinung. In einer Podiumsdiskussion wurde der Frage nachgegangen, welche Risiken die Schönheitschirurgie in sich birgt. Ein Jugendliche und ihre Mutter informierten sich beim Plastischen Chirurgen über die Möglichkeit einer Brustvergrößerung. Ein weiteres Beratungsgespräch führten Eltern, weil sie wissen wollten, ob das nach einer schweren Brandverletzung durch Narben entstellte Gesicht ihrer Tochter durch einen chirurgischen Eingriff  ästhetisch korrigiert werden könne.

Vieles scheint mittlerweile durch Rekonstruktion wirklich möglich zu sein, wobei der individuellen Situation und der psychischen Befindlichkeit des Patienten jeweils eine bedeutende Rolle zugemessen wird. Jugendlichen wird meistens geraten mit Eingriffen bis zum Erwachsenenalter zu warten. Große Hoffnungen werden jedenfalls sowohl was den Ersatz von Implantaten als auch was die Wundheilungen betrifft, auf die Therapie mit Stammzellen aus dem Fettgewebe gesetzt.