Am Donnerstag, 13.10.16 fand in beiden Schulbibliotheken eine Begegnung mit der Schriftstellerin Miriam Günter statt. Die Lesung wurde vom Amt für Bibliotheken und Lesen organisiert und finanziert.
Portrait der Autorin
Mirijam Günter ist jemand, der viele Fragen aufwirft.
Ganz lässig, mit Jogginghosen und offenen, strähnigen Locken sitzt Mirijam Günter etwas zusammengesunken auf dem Holzstuhl unserer Schulbibliothek. Ein wenig fehl am Platz wirkt sie, als würde sie sich unwohl fühlen und am liebsten sofort wieder in ihr Hotelzimmer zurück und sich unter der Bettdecke verkriechen. Zunächst hat es den Anschein, als wissen weder die Schüler noch sie selbst, was in der kommenden Stunde gemacht werden soll.
Doch fängt sie plötzlich an, mit leiser, recht jugendlicher Sprache zu sprechen und sich sowie ihre Bücher – die man durch ein Treffen mit ihr besser begreift – vorzustellen. Selbst das Vorlesen verlief in recht monotonem Ton, was aber zu den Geschichten passt und sie authentischer macht und perfekt zu ihrer Persönlichkeit (wie sie auf mich wirkt) passt.
Wie ihre Bücher, habe ich die Autorin als direkte, sehr spezielle Person mit schwerer Vergangenheit, harter Schale und weichem Kern erlebt.
Hat sie aber frei von sich erzählt, taute sie richtig auf, ihre Augen leuchteten und sie erreichte das Publikum.
Jennifer Auer 3G/so
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„Verlorene Zeit“
Mirijam Günter, eine deutsche Autorin aus Köln, schilderte uns zu Beginn der Lesung ihre Kindheit in verschiedenen Heimen, ihre verzweifelte Suche nach dem richtigen Job und die Aussage ihres Betreuers:“ Ich habe keinen Job mehr für Sie, aus Ihnen wird wohl nichts mehr.“
Das Schreiben war schon längere Zeit ihr Hobby und so begann sie durch den Ansporn eines Freundes an einem Buch zu arbeiten. Trotz unzähliger Versuche fand sie aber keinen Verlag, der bereit war, ihr Manuskript zu veröffentlichen. Schließlich aber gewann sie den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, dies war der Anfang einer Karriere als Autorin und ihr erstes Buch wurde verlegt.
„Verlorene Zeit“, dies war der Titel des Textes von jugendlichen Häftlingen, mit dem die Autorin ihre Lesung fortführte. Wir staunten und anschließend erzählte sie über ihre Erfahrungen mit Literaturwerkstätten in Jugendgefängnissen.
„Ich habe noch nie eine Zigarette auf einem Tisch ausgedrückt wie das Mädchen im Buch“, sagte Mirijam Günter, während sie aus ihrem Werk „Heim“ vorlas. Somit betonte sie, dass es sich bei ihren Büchern nicht um Autobiographie handelt, denn wie sie öfter wiederholte, sei ihr Leben Privatsache.
Am Ende blieben nur noch wenige Minuten für unsere Fragen, dennoch war Mirijam Günters Vortrag keine verlorene Zeit.
Emma Hanny 2A fr/ru



