"Wie kann ich das Gefühl beschreiben, in die klare Luft zu springen, meine Flügel auszubreiten, in den Himmel vorzudringen?"
Mit dieser Gedichtzeile von Carmen Ramoser beginnt die Online-Lesung der Glühbirne im Gymme am 22. Dezember 2021.
Die Glühbirne - das sind Anna Maria Parteli, Nadia Unterfrauner, Magdalena Ferdigg, Carmen Ramoser und Nadia Rungger, eine seit 2016 bestehende Schreibgruppe aus Südtirol. Die Autorinnen schreiben Lyrik und Prosa, Dramatisches und Poetisches, Lustiges und Fantastisches, Klingendes und Musikalisches. Weiterlesen
Bei ihrer Online-Lesung trugen die drei anwesenden Autorinnen Ramoser, Ferdigg und Parteli ihre Texte nicht nur vor, sondern gaben auch Einblick in deren Entstehung. Und sie machten den Schüler*innen Mut, selbst Texte zu verfassen. Sie erzählten von Ankreuzgeschichten, Reimen und Rhythmen, einem Roadtrip über die Insel Südtirol, einem Autounfall mit unerwarteten Konsequenzen und ihrer ersten Buchveröffentlichung. Sie lasen aus Quatsch-Ratgebern vor, zeigten Illustrationen und eine App, mit der man fliegen kann. Die Glühbirne freute sich über die teilnehmenden Gesichter auf den Bildschirmen und hofft, dass ihre Freude am Geschichtenerzählen von Zoom ebenso übertragen werden konnte wie die gelesenen Worte.
Wer die Texte nachlesen möchte, in der Schulbibliothek liegt die Anthologie „In die klare Luft springen“ auf.
Hier ein paar Kostproben:
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Wie wir leben Herzen in der Glasvetrine und der Himmel ist nicht blau Freiheit ist die Violine und der kalte Morgentau
Menschen die fürs Suchen leben Ich denk noch darüber nach Er mag lieber Schnee sie Regen und damit füllt sich der Tag [...]
(Anna Maria Parteli) |
Wie kann ich das Gefühl beschreiben Wie kann ich das Gefühl beschreiben In die klare Luft zu springen Meine Flügel auszubreiten In den Himmel vorzudringen?
Was gäbe ich darum zu sagen Wie es ist, vom Wind getragen Zu fliegen über Berg und Tal Wie der letzte Sonnenstrahl?
Aber ich kann doch über freies Schweben Mit dir in keiner Sprache reden. Ich muss davon schweigen Dich an die Hand nehmen Und es dir zeigen.
(Carmen Ramoser) |
Liebe und Leuchtreklame Ich finde, für die Liebe sollte es so etwas wie eine Leuchtreklametafel geben. Etwas, das dir bereits in 100 Metern Entfernung anzeigt: HIER LIEBE! Oder zumindest ein Warndreieck. Denn wie soll ich denn bitte wissen, ob das wirklich die richtige Ausfahrt ist, wenn ich noch nie in diese Richtung unterwegs war? Man muss dann einfach auf so eine holprige Waldstraße abbiegen, von der man nicht mal sicher ist, ob sie überhaupt auf einer Landkarte zu finden ist. Wenn man Glück hat, findet man sein gewünschtes Ziel. Aber vielleicht fährt man auch knallhart auf einen im Weg liegenden Baumstamm.
(Magdalena Ferdigg) |
