Begegnung mit Christian Martinelli

Kunsthaus Martinelli

Wir, die Klasse 3K/ku, besuchten vor kurzem die Ausstellung von Christian Martinelli im Kunsthaus Meran. Der Kunstvermittler Hannes Egger gab uns eine kurze Einführung über Christian Martinelli, die sehr persönlich war, da er sehr gut mit ihm befreundet war. Christian Martinelli, war ein Künstler und Fotograf, der viel „bastelte" und immer wieder neue Dinge ausprobierte. So erfand er einen 2 x 2 x 2 m großen Würfel, den er „Cube“ nannte, eine große „Cameraobscura“. Dieser ist quadratisch, die Außenwände bestehen aus Spiegeln. In seinem vollständig verdunkelbaren Inneren befindet sich ein großes, lichtempfindliches Ilfochrome-Fotopapier, das nach der Entwicklung ein Unikat darstellt. Martinelli nahm den „cube“ auf seine Reisen mit und stellte ihn inmitten verschiedener Landschaften auf. Das Besondere an diesem Werk ist, dass es durch seine spiegelnde Oberfläche fast vollständig mit der Landschaft verschmilzt. Eine seiner bekanntesten Serien, „Confini“, entstand, als er mit dem Würfel die Grenzen und Küsten Italiens bereiste. Martinelli war es wichtig, seine ausgedehnten Reisen zu dokumentieren, sei es durch eine rote Plastiktüte, die er mit Hilfe des Windes fliegen ließ und dabei fotografierte, oder durch seine "Handstand-Selbstporträts", die er über Jahre hinweg an verschiedenen Orten der Welt aufnahm.

Nach der Einführung von Hannes Egger bekamen wir ein rotes Plastiksäckchen, mit dem wir uns selbstständig durch das Kunsthaus bewegten und die Werke auf uns wirken ließen. Bei dem Werk, das uns am meisten beeindruckte, ließen wir die Plastiktüte liegen. Nach einiger Zeit trafen wir uns wieder und gingen in Gruppen von Werk zu Werk. Jede/r teilte seine Erfahrungen mit den anderen, von denen wir hier einige wiedergeben:

„Ein kurzer und verletzlicher Moment in einer langen verlassenen Zeit“.

„Die Villa Dolores erinnert mich an Zuhause, weil der Garten von meinem Opa genauso ausschaute“

„Obwohl eine Person nicht mehr hier ist, bleiben die Erinnerungen und die Werke“

„Es war alles ziemlich sehr emotional, da man weiß, dass es keine weiteren Werke mehr geben wird“

„Es hat Ruhe in mir ausgelöst.“

„Ich merke, dass ich noch sehr wenig gereist bin und möchte das in Zukunft mehr machen“