Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Dachau

Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 4. April 2024 trafen wir, die Klasse 5K/ku, uns mit den Klassen 5D/ku und 5I/sob um 5.45 Uhr am Praderplatz in Meran. Dort stiegen wir alle in einen Reisebus und unsere fünfstündige Reise begann. Um 11 Uhr kamen wir in Dachau an und gingen ein paar Schritte vom Parkplatz zum Eingang der Gedenkstätte, wo wir unsere Betreuerin trafen; jede Klasse erhielt eine separate Führung durch das Gelände. Unsere Referentin erklärte uns kurz ein paar Regeln und dann begann unsere zweieinhalbstündige Führung. Zuerst zeigte sie uns, wo die Häftlinge ankamen, sie erklärte uns anhand einer Karte das Gelände des Konzentrationslagers und welche Gebäude heute noch erhalten sind. 

Dann gingen wir durch das Eingangstor in das ehemalige Häftlingslager und sahen als Erstes den großen Appellplatz. Uns wurde erklärt, dass jeden Morgen und jeden Abend die Häftlinge gezählt wurden und wenn jemand fehlte, mussten alle 10.000 Häftlinge (Stand Sommer 1940) still stehen bleiben, bis der Geflohene gefunden wurde, der dann vor aller Augen erschossen wurde. 

Danach gingen wir in das ehemalige Wirtschaftsgebäude, in dem sich heute ein Museum befindet. Dort haben wir uns die Dokumente von Häftlingen, die ihnen bei ihrer Ankunft ausgestellt wurden, angeschaut und die Referentin hat uns verschiedene Dinge erklärt, u.a. auch, dass in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg manche Häftlinge auch freigelassen wurden, um der Bevölkerung vorzutäuschen, dass dieses Lager der Besserung diene. Wir sind dann in den Schubraum gegangen, wo die Häftlinge nach der Ankunft hingehen mussten. Die Häftlinge wurden entkleidet und mussten alles, was sie besaßen, abgeben. Dann wurden sie ins Bad geschickt, in dem sie rasiert, geduscht und desinfiziert wurden. 

Danach gingen wir in eine rekonstruierte Baracke und sahen, wie die Häftlinge dort gelebt haben. In jedem Raum gab es mehrere duzend Holzbetten, die früher mit einer Strohmatratze und einem kleinen Kissen ausgestattet waren. Anschließend erklärte uns die Referentin, wie der Alltag eines Häftlings aussah: Die Häftlinge wurden um 4 Uhr morgens geweckt und mussten als Erstes ihr Bett machen. Wenn dieses nicht den Vorgaben entsprach, wurde das ganze Zimmer bestraft. Es folgte der Appell und danach die Schwerstarbeit. Gegen 12 Uhr gab es Mittagessen, meist nur eine klare Suppe. Danach ging die Arbeit weiter, und das 12 Stunden am Tag. Abends gab es, wenn man Glück hatte, eine Scheibe Brot. Es folgte wieder der Appell und um 21 Uhr war Bettruhe. Die Häftlinge kämpften oft um Essen und aßen, weil sie nichts anderes hatten, sogar Gras; sie erhielten pro Tag gerade einmal 500 bis 1000 Kalorien. Nicht einmal das Wasser war sauber, und so litten viele unter Magenbeschwerden. 

Im Anschluss daran gingen wir weiter zu den Gotteshäusern, einer evangelischen Kirche, einer katholischen Kapelle und einer kleinen Synagoge, die in den 1960er Jahren erbaut wurden; eine russisch-orthodoxe Kapelle kam im Jahr 1995 hinzu.

Schließlich erzählte uns die Referentin von der ständigen und brutalen Bewachung des Lagers und wir gingen zum ehemaligen Krematorium. Dort befand sich auch eine Gaskammer, die als „Brausebad“ getarnt war und laut Recherchen auch mindestens einmal benutzt wurde. Damit war unsere Führung beendet. 

Um 13.30 Uhr gingen wir noch in das örtliche Gasthaus zum Mittagessen und um 14.30 Uhr fuhren wir wieder zurück nach Meran, wo wir um 19.15 Uhr ankamen. 

Die Führung war sehr informativ und man bekam einen besseren Einblick in die schrecklichen Dinge, die dort passiert sind. Leider war die Zeit etwas knapp, aber man könnte bei einem weiteren Besuch sich noch viel länger im Häftlingslager aufhalten, um vieles genauer zu betrachten.

Autorin: Emma Held, Klasse 5K/ku