Nachruf auf Martin Höller

Nachruf auf Martin Höller
Unser langjähriger technischer Assistent am Sprachengymnasium Martin Höller hat uns am 23. März 2026 plötzlich und unerwartet verlassen. Nachfolgend die Rede anlässlich seines Abschiedsgottesdienstes, welche sein Wirken an unserer Schule beschreibt.

 Lieber Martin,  am vergangenen Montag warst du plötzlich nicht an der Schule, und seitdem ist dein „Kammerle“ neben der Direktion leer.  

Die Wertschätzung, die wir dir nicht mehr persönlich ausdrücken können, versuche ich nun im Namen der gesamten Schulgemeinschaft in Worte zu fassen.  

Wir zwei kennen uns schon, seit wir 15 Jahre alt waren. Wir waren gemeinsam ein Jahr lang in der Jugendgruppe des Alpenvereins. 10 Jahre später haben wir uns am Humanistischen Gymnasium am Rennweg wiedergetroffen und haben seitdem zusammengearbeitet.  

Dein Berufsbild an der Schule war vielfältig. Anfangs warst du vor allem Laborassistent. Dein Aufgabenbereich hat sich mit der zunehmenden Technologisierung und Digitalisierung der Schule immer mehr erweitert. Als technischer Assistent warst du letzthin mit der Installation und der Wartung der digitalen Tafeln in den Klassen betraut. 

Gleichzeitig warst du auch eine Art Hausmeister. Wenn es Reparaturarbeiten irgendwelcher Art gab, wurdest du gerufen. Du warst das Bindeglied zu den verschiedenen Handwerkern, die all die Jahre am Humanistischen Gymnasium vor und nach dem Umzug an unserer Schule gearbeitet haben.

Zusammen mit der Direktion und dem Sekretariat warst du sozusagen Teil unseres verwaltungstechnischen Dreigestirns: zuerst am Rennweg und dann in der Otto-Huber-Straße. 

Du hast auch uns Lehrer und Lehrerinnen immer wieder unterstützt, wenn wir Probleme mit den Computern, den Beamern, den Fotokopiergeräten und sonstigen technischen Geräten hatten. So hast du beispielsweise mir mit deiner großen Geduld immer wieder die Kopierkarte erneuert, wenn sich diese zum x-ten Mal entmagnetisiert hatte.

Bei der Organisation der Schulfeiern zur Eröffnung, zu Weihnachten, zu Fasching oder zum Schulschluss, waren wir zwei ein Dreamteam. Ich habe den musikalischen Part organisiert, du den technischen. Du hast die Praktikabeln aufgestellt und die Mikrophone vorbereitet. Zwar gab es immer wieder mal ein Problem wie eine Rückkoppelung mit den Boxen oder einen pfeifenden Lautsprecher, aber diese Imperfektionen haben unsere Feiern nur persönlicher und sympathischer gemacht.  

Jahrzehntelang hast du mit unendlicher Geduld und Güte auch alle Schüler und Schülerinnen unterstützt. Alle konnten jederzeit zu dir kommen. Du hast Generationen von Schülern von ihrem ersten Schultag an bis zu ihrer Diplomfeier begleitet. Die Klassenfotos zu Schulbeginn hast alle du gemacht. Du hast unzählige Facharbeiten fotokopiert und gebunden. Bei der Matura hast du geschaut, dass die Präsentationen der Schüler Maturanten technisch reibungslos über die Bühne gingen. Mit deiner freundlichen Art hast du die jungen Menschen vor ihrem finalen Auftritt bei der Abschlussprüfung oder beim musischen Abend beruhigt. 

Gerne erinnern wir uns auch an deine Geselligkeit. Bei Festen und Feiern hast du nie gefehlt, warst immer mitten unter uns, fröhlich, mit einem Lachen, mit einem Bierglas in der Hand. 

Die Schatten deines Lebens, deine Sorgen, deine Einsamkeit, hast du zurückgehalten hinter Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Als deine gesundheitlichen Probleme dich stark einschränkten in deiner Beweglichkeit, hast du trotzdem immer das Möglichste versucht. Doch du bist stiller geworden und hast dich zurückgezogen. Und still bist du auch weggegangen aus dem Leben. 

Lieber Martin, wir wünschen dir eine gute Überfahrt zu anderen Ufern. Auf einem Zettelchen der Schüler auf der Pinnwand an deiner Gedächtnisstätte am Schuleingang steht: „Martin, du fahlsch.“

Martin, wir werden dich alle sehr vermissen! 

 

Claudia Pellegrini 

im Namen der Schulgemeinschaft