Ende Jänner und Mitte Februar 2025 durften die 4. Klassen des Kunstgymnasiums einen interessanten Workshop mit der Schriftgestalterin Franziska Weitgruber genießen. Sie führte uns in die Grundlagen des Fontdesigns ein und erläuterte, was eine Schriftgestalterin überhaupt macht. Nach einem Überblick über die Verbreitung der Modulschriften bekamen wir auch Einblick in das Portfolio von Franziska mit den von ihr entworfenen Schriften, wie Brendel Shaded, Horatio, Jenkins, Brass, Nikolai und Roba, um nur einige zu nennen.
Bevor man sich überhaupt daran macht, eine Schrift zu designen, muss man sich über die Funktion und den Zweck der Schrift im Klaren sein, z. B. ob die Schrift in einem Kinderbuch verwendet wird oder ob sie in einer Zeitung erscheint. Franziska erklärte uns auch, dass man Schrift wie in einem Legosystem gestalten kann. Fast jede Schrift ist modular aufgebaut, das bedeutet, dass sie aus einer begrenzten Anzahl von Formen oder Modulen besteht, die immer erweitert werden können. Bereits Albrecht Dürer entwarf seine eigene Schrift. Wir erfuhren, dass die einzelnen Glyphen immer als Gruppe in Beziehung zum Ganzen zu sehen sind. Ein Schriftgefüge besteht aus vielen Elementen, wobei der Negativraum zwischen den einzelnen Buchstaben genauso wichtig ist wie der Positivraum. Bei der Schriftgröße ist die x-Höhe am relevantesten für das Erscheinungsbild.
Neben Illustrator sind Fontself und Glyphs 3 bessere Programme für die Schriftgestaltung, da die Schriften dann editierbar sind. Zunächst erstellten wir Handskizzen, die anschließend digitalisiert und sowohl als Positiv- als auch als Negativ-Poster gestaltet wurden. Franziska nahm sich die Zeit, jeder einzelnen Person ein persönliches Feedback zu ihrer Arbeit zu geben, was äußerst interessant und hilfreich war.