
Am Sonntag, den 23. September 2012, starteten die Schüler der 3C um 05:00 Uhr vom Prader Platz in Meran. Sie fuhren über Maribor/Slowenien und kamen schließlich um ca. 21:00 Uhr in Oroshàza an. Die Stadt liegt in der ungarischen Tiefebene, nahe der Grenze zu Rumänien. Die Schüler wurden bei den ungarischen Gastfamilien untergebracht, die Lehrpersonen und der Busfahrer schliefen im Schülerheim.
Am Montag erfolgte um 09:30 Uhr die Begrüßung durch den Schuldirektor in der Aula Magna des Gymnasiums. Nachher stellten die ungarischen Schüler ihre Schule und ihr Schulsystem vor. Nach den gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa ging es in die Stadt Gyula. Dort besuchten sie die „Hundertjährige Konditorei“. Sie ist die zweitälteste Konditorei in Ungarn und um Biedermeierstil eingerichtet. Den Abend verbrachten die Südtiroler Schüler bei ihren Gastfamilien. Sie wurden mit ungarischen Spezialitäten wie Gulasch, Apfelkuchen, Salami, Paprika usw. verwöhnt. Am nächsten Tag gab die 3C bei vorbereiteten Musik-und Theatervorstellungen ihr Bestes. Nachmittags ging es ins örtliche Thermalbad Gyoparos, wo alle sehr viel Spaß hatten. Am Mittwoch wurden die Schüler im Rathaus freundlich empfangen. Der Vize Bürgermeister gab einen kurzen Einblick in die Politik Ungarns und dann ging es weiter nach Szeged, einer Universitätsstadt.
Am Donnerstag überraschte die 3C die Schüler des Gymnasiums und die Grundschüler des Ortes mit Musik-und Theatervorstellungen. Die Schüler waren sehr begeistert und applaudierten heftig. Beim anschließenden Elternabend sorgten die Südtiroler Schüler mit verschiedenen Darbietungen für eine heitere und unbeschwerte Stimmung. Der Abend erfuhr seitens der ungarischen Eltern eine große Resonanz, die Aula war fast bis auf den letzten Platz besetzt.
Am Freitag besuchten die Schüler zusammen die Firma Hunguard, eine Firma die Glas produziert. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, was freilich genutzt wurde um gemütlich zusammenzusitzen, zu plaudern und zum Shoppen. Am Abend lud ein ungarischer Schüler, Marius zu sich nach Hause ein. Bei dieser Abschiedsparty wurde ausgelassen getanzt und gefeiert.
Am Samstag, den letzten Tag der Austauschwoche, ging es schon um 06:00 Uhr in der Früh nach Budapest. Nach einer organisierten Führung durch die Landeshauptstadt kam der Zeitpunkt des Abschiednehmens.
Nach mehrstündiger Fahrt kam die 3C glücklich und zufrieden mit neugewonnenen Eindrücken nach Hause zurück. Diese Austauschwoche bewirkte sicherlich ein nachhaltiges Erlebnis für alle Schüler.
A KURZES GEDICHTL IBRN UNGARISCHN GSCHICHTL
Ungarn – scheans Landl, nette Lait,
Fa dein hobn mr ins earsch vour kurzn iberzaig.
Um 5e aufstean sel gang nia,
deswegn mocht ma durch bis in dr Fria.
Fa dr Disco direkt in Bus insteign
Und als Frühstück a bisl Speck aufschneidn.
Noch 17 Stund ratschn und pennan,
sein mr nr in Ungarn ounkeman.
Mit viel Herzlichkeit hobn ins die Goschtfamilien empfongan
Und in negschtn Tog ischs nr lousgongan.
In di Stadtlan sein mr umrgschuacht
Und hobn di oane odr ondre Spezialität vrsuacht.
Es wor zwor nit di Soch fa jedermonn,
obr gessn hot man wos ma konn.
Is Wetter hot ins nia in Stich glossn
Und nu wermar hobn mr kriag pan Schnops oilossn.
Volle scheane Soch hobn mr gsechn,
drbei am scheanschtn wors wenn mr sein in Budapest gwesn.
Iberhaup wor dia Woch unvergesslich und einmalig,
a wenn ins di Fias weatoun hobn ingalig.
Freindschoftn sein fester gwordn und nui entstondn
Und zun Glick hobn mr olls vrstondn.
Fahln tean si ins schun schiach,
obr schickn tean mr sui liabe Grias.
Natalie Rungg, 3C
Unsere Eindrücke aus Ungarn
Am Sonntag um 5 Uhr starteten wir nach Orosháza. Zuerst war es noch sehr ruhig im Bus, da die meisten schliefen, doch nach und nach und nach wurde der Bus dann lebendiger. Wir sahen, wie die hohen Berge langsam in kleine Hügel wurden. Schließlich war auch von Hügeln nichts mehr zu sehen und vor uns lag eine weite Ebene. Gerade ging die Sonne unter. Bei uns geht die Sonne immer hinter den Bergen unter, doch hier waren keine Berge. Wir sahen, wie die Sonne am Ende des Horizonts, wie ein oranger Ball, einfach verschwand. Irgendwie fühlte es sich komisch an, doch es gefiel mir. Eine Weile fuhren wir geradeaus, dann kamen wir endlich in Orosháza an. Ich wurde von der Mutter und dem Bruder meiner Austauschschülerin Réka abgeholt. Réka konnte nicht kommen, weil sie einen Tanzwettbewerb hatte. Ich war ein bisschen aufgeregt, da ich nicht wusste was und wie ich mich mit ihnen verständigen sollte, denn die Mutter konnte nur ungarisch und auch der Bruder konnte nur ein paar Worte in Englisch. Er nahm meinen Koffer und stellte sich mit dem Namen Tamás vor. Wir gingen zu Fuß zum Haus, in dem ihre Wohnung war.
Julia Gögele
Die Kleinstadt Gyula
Soweit ich mich noch erinnern kann, sind wir am Montag mit unserem Bus in die schöne Kleinstadt Gyula gefahren. Die Stadt war recht modern und sehr bunt, die Häuser waren alle verschieden und die Straßen waren voller Menschen. Überall waren kleine Parks mit Bäumen und Bänken, auf denen man ruhig die leichte Sommerbrise genießen konnte. Es war ein wunderschöner wolkenfreier Herbsttag mit hohen Temperaturen. Vögel zwitscherten und man hörte ständig das Rauschen lauter Automotoren. Nachdem wir eine alte Ruine besichtigt hatten, besuchten wir die zweitälteste Konditorei Ungarns. Als wir sie betraten, roch ich sofort den unverwechselbaren Duft von verschiedenen Torten und süßen Schokoladehäppchen. Die Konditorei war sehr gepflegt, die Theke aus Glas glänzte vor Sauberkeit, und die Torten hatten keine Makel. Wir gönnten uns alle noch ein leckeres Stück Torte, die wir in einem sehr antiken Raum hinter der Theke aßen. An den Wänden hingen Bilder, auf denen man die Konditorei in frühen Zeiten erkennen konnte, aber auch schöne impressionistische Gemälde von alten Persönlichkeiten der Konditorei als auch von Gyula.
Thomas Schölzhorn
Ungarn
Und jetzt bin ich hier, mitten in der Pampa. Überall wo ich hinsehe, sehe ich Unendlichkeit, nichts als große Felder, die nie enden wollen. Das Licht der untergehenden Sonne, färbt die Felder rot. Es sieht so aus, als ob jemand eine rote Seidendecke über die ganze Stadt gelegt hätte. Ich träume vor mich hin, als ich plötzlich von einer Fahrradklingel wieder zurück in die Wirklichkeit gerissen werde. Schon wieder ein Fahrradfahrer, der denkt, dass ihm die Welt gehören würde. Zwischendurch taucht „Am Ende der Welt“ ein Haus auf. Alte Häuser, nahe dem Zerfall, dann aber wiederrum auch moderne Häuser. Eines haben aber all diese Häuser gemeinsam, sie sind klein und man spürt, dass in ihnen jemand wohnt. Es ist so, als ob die Häuser mit mir sprechen würden. Sie erzählen mir von all dem, was sie schon durchmachen mussten, die Geheimnisse ihrer Bewohner oder Besitzer. Aus allen Häusern starren mich Augen an, Hundeaugen. Fast jeder Ungar besitzt ein Haustier. Fanni selbst besitzt drei Hunde, Lilly, Nelly und Sally. Ich finde diese Namen sehr lustig, weil sie sich reimen.
Lilly ist ein kleiner, süßer und dicker Hund, der entweder schläft oder isst. Nelly ist ein sehr lebendiger Hund, der immer nur spielen will und einen sofort an hüpft, sobald man in seine Nähe kommt. Und Sally, die liegt den ganzen Tag nur faul herum, da sie schon sehr alt ist.
Inzwischen sind wir in der Straße eingebogen, in der Fanni wohnt. Sie ist endlos lang und so gerade, als ob jemand mit einem Lineal einen Strich gezogen hätte. Wir gehen und gehen, aber wir kommen nicht zum Ziel! Es kommt mir so vor, als ob wir nicht vom Fleck kommen würden. Ich drehe mich um und sehe, dass wir gerade mal ein paar Meter hinter uns gelassen haben. Seufzend drehe ich mich wieder um und gehe weiter.
Endlich sind wir bei Fannis Haus angekommen, in dem ich zur Zeit wohne und mich geborgen fühle. Wie erwartet springt mich Nelly zu Begrüßung an. Ich spüre wie sich ein Grinsen auf mein Gesicht geschlichen hat. Ja, denke ich, das ist Ungarn!
Sophie Masten
Kerékpár
Die Stille um uns herum war fast seltsam. Nur selten fuhren Autos vorbei und zwischendurch konnte man eine Grille zirben hören. Wir redeten fast kein Wort miteinander, aber das störte uns nicht. Ich nutzte diese Zeit, um mich besser mit dieser neuen Umgebung bekannt zu machen, um mich sozusagen in sie hineinzuversetzen. Ich atmete tief ein. Die Luft roch gut. Vielleicht war es der erfrischende Geruch der Pflanzen und Bäume, der sich mit dem Geruch des noch nassen Asphalts mischte oder aber der zarte Duft nach Gebäck und anderem Essen, welcher in den Häusern noch vom Frühstück zurückgeblieben war. Was es auch war, es war neu für mich.
Nach einer Weile wandte ich den Blick von der Straße ab und schaute mich genauer um. Die vorbeiziehenden Häuser wirkten wie ausgestorben: Keine Lichter, kein Geräusch, keine Menschen. Es schien mir fast so, als wären sie nur da, um die zarten, rötlich leuchtenden Sonnenstrahlen an ihnen streifen zu lassen um so alle Blicke an sich zu ziehen. Die Häuser waren eng aneinandergereiht und sahen sich alle ähnlich. Eine Mauer, ein Dach, ein Tor… Die Bäume entlang der Straße waren nicht sehr hoch aber die Blätter ihrer vollen Baumkronen hatten ein saftiges Grün und erinnerten mich an unsere Apfelbäume.
Mein Blick wanderte hinter die einzelnen Häuser und ich konnte den Horizont sehen und fühlte mich wie in einer anderen Welt; einer Welt welche mir bis an jenen Zeitpunkt fremd gewesen war, weil ich sie nur aus Filmen oder Zeitschriften kannte. Aber es war eine Welt, an die ich mich sicher noch ein Leben lang erinnern werde.
Tamara Bassighini
Eindrücke aus Ungarn
Wir hatten die Vorstellung, dass die Ungarn nicht so gesprächig sein würden, was sich auch in manchen Situationen bestätigte. Es gab an den Nachmittagen, aber auch in den Abenden bei der Familie oft diese stillen Momente, in denen ich mich nicht besonders wohlfühlte. Doch am Ende der Woche lockerte sich alles ein wenig auf. Wir besuchten Pubs und am Freitag besuchten wir eine Disco. An diesem Abend lernte ich die ungarischen Schüler in ihrem Element kennen. Sie waren richtig in Partystimmung. Die Disco dampfte vor Hitze und die Musik durchdrang unsere Köpfe. Wir fühlten uns so frei und der Nebel quengelte sich durch unsere Haare. Dieser Freitagabend war für uns auch der unangenehme Abschiedsabend. Die ungarische Bande war uns ans Herz gewachsen und wir konnten diesen schrecklichen Gedanken des Abschieds nicht ertragen. Wir tanzten mit unseren wunden Füßen bis spät in die Nacht, so wie wir es auch in Südtirol machen. Und da fiel uns auf, wie viel Ähnlichkeit wir eigentlich hatten. Sie waren keine Jugendliche, die nur zu Hause herumhockten. Sie wollten das Nachtleben sehen und fühlen. Das Austoben und das Spaßhaben war für sie genauso wichtig wie für uns.
Natalie Rungg
Der Zauber der frühen Morgenstunden
Wir fuhren durch die Landschaft. Es war dunkel und alle waren müde. Nach einer Weile wurde es heller. Man konnte etwas von dieser wunderschönen, in Nebel getauchten Landschaft erkennen. Der Nebel legte sich ganz dicht über die ockerfarbenen Felder der Puszta. Wie ein gräulicher Schleier, der über das Land zieht und zwischendurch von einem Baum oder einem Strommasten unterbrochen wird.
Langsam begann es auch heller zu werden. Wir sahen einen wunderschönen Sonnenaufgang, den wir bisher nur aus Erzählungen, Büchern und Bildern kannten. Der Himmel färbte sich zuerst von einem blau-grau in einen leichten violett-blau Ton. Dazu kamen wenig später ein Hauch von rosa und ein Übergang in das Orange und Dunkelgelb, bis hin in das typische hellblau des Himmels. Die Farben gingen leicht ineinander über, ohne eine Unterbrechung oder einen Trennstrich. Es war wie ein Aquarell eines Künstlers, nur noch viel schöner. Der Nebel auf den ockerfarbenen Feldern und ein paar hellgraue Wolken unterstützten noch das bereits eindrucksvolle Bild. Kurze Zeit später stand die Sonne wie ein kugelrunder, dunkeloranger Feuerball in voller Pracht am Himmel über Ungarn. Wir fuhren für eine Weile durch ein Paradies auf Erden.
Martina Winterholer
Die Stadt Budapest
Plötzlich befand sich vor uns das unendliche Häusermeer der Stadt Budapest. Nun waren wir gespannt auf jene Sehenswürdigkeiten, von denen wir die ganze Woche über sehr viel gehört hatten. Als erstes historisches Denkmal sahen wir den Heldenplatz. Obwohl wir die Reiterfürsten nur vom Bus aus sahen, wirkten sie auf uns, durch ihre Größe, imposant und beeindruckend. Auch die Prachtstraße, die an den vielen, schönen, ausländischen Botschaften vorbei führt, war von einer besonderen Einzigartigkeit. Wir überquerten die Donau über die geschichtsträchtige Elisabethbrücke, welche von vier, liegenden Löwen bewacht wird. Auf dem Burghügel angekommen, erschloss sich dem Auge ein unverkennbarer Ausblick über die gesamte Stadt. Das Parlament, am Ufer der Donau, war von einer überwältigenden Schönheit. Um auch das quirlige Leben der Budapester Innenstadt kennen zu lernen, verließen wir den Burghügel. Nachdem wir noch in Gedanken die Bilder der Stadt von oben im Gedächtnis hatten, holten uns der Verkehrslärm und die stressige Geschäftigkeit der ungarischen Hauptstadt auf den Boden der Realität zurück. Würde man nicht durch die große Anzahl der Touristenbusse daran erinnert, dass man sich in einem historischen Ort aufhält, könnte man auch meinen, man befindet sich in irgendeiner mitteleuropäischen Stadt. Erfüllt von bleibenden Erinnerungen und in der Hoffnung auf ein Wiedersehn in Ungarn, traten wir müde und glücklich die Heimreise an.
Thomas Mitterhofer
Reisebericht
Das Programm war sehr abwechslungsreich und recht interessant aufgebaut. Nach einigen Tagen fühlte ich mich nicht mehr aussätzig, fremd oder einsam, da ich viele neue Freundschaften geknüpft hatte. Trotzdem freute ich mich auf Zuhause, das gute Essen, die frische Luft und die Freunde. Positive Seiten hatte die Reise sicher, z.B. dass die Klassengemeinschaft bestärkt wurde. Ich glaube auch, dass wir uns um sozialen Zusammenleben weiterentwickelt haben. Der Höhepunkt dieser Woche war am Samstag, als wir Budapest besichtigen durften. Die Hauptstadt war sehr sauber und gepflegt. Die Architektur ging vom Jugendstil bis in die Moderne. Wir durften eine Burg besuchen, welche einen wunderschönen Ausblick auf Budapest bot. Man merkte sofort, dass diese Stadt sehr weiterentwickelter war als all die anderen Städte, die ich zuvor in Ungarn gesehen hatte. Sie erinnerte mich stark an die westliche Kultur.
Die Reise nach Ungarn hat mich sehr verändert. Nun schätze ich meine Heimat, meine Familie und meine Freunde viel mehr. Ich glaube auch, dass ich um einiges selbstbewusster geworden bin.
Emma Fiore Nischler