Zwei Stühle können identisch sein, sie besitzen insofern Identität. – Wirklich? Braucht es dann auch zwei gleiche Personen, um von personaler Identität zu sprechen? Eben nicht, weil eine Person auch mit sich selbst gleich (idem) sein kann. Oder vielmehr: weil sie sich immer wieder mal die Frage stellt, ob sie noch die gleiche Person ist wie vor einem Jahr. Die Antwort auf diese Frage ist niemals kurz, sondern eine ziemlich lange Geschichte, die sie sich als Person (und nicht als Stuhl!) von sich selbst erzählt.
Die Klassen 4B und 4C des Sprachengymnasiums haben im SprinT-Modul “IdentitätEN” versucht, solche Geschichten unter die Lupe zu nehmen, ihre Logik zu verstehen. Und das natürlich mehrsprachig, denn wie sonst könnten wir das “Sich-selbst-Gleichsein” unseres Sprachengymnasiums erzählen. Sofort wurde klar, dass Identität weder homogen noch starr ist: “La identidad es compuesta. La identidad es dinámica. La identidad es dialéctica.” Dass bei der “Dialektik” auch die anderen ins Spiel kommen, macht die Geschichte leider nicht einfacher: “L’identité se construit et se transforme tout au long de notre histoire, au gré de nos multiples interactions avec notre environnement.”
Well-selected film excerpts, scenic presentations, lively discussions, colorful flipcharts, inspiring drawings and, at the end, philosophical picnic discussions ensured a varied linguistic and content-related discussion. Neither digitalization nor gender stereotypes were left out in the twelve lessons.
Und wer weiß, vielleicht haben bis zum Schluss auch die Stühle ihre Identität neu erfahren.